Antworten zum Torakosmos und verwandten Fragen

Hier finden sie Antworten auf Verständnisfragen zum Torakosmos und verwandte Themen, und eher keine Antworten auf dem Torakosmos gegenüber kritische Fragen.

  • Inhalt
  • Was bedeutet die 511?
  • Wie funktioniert der Baum des Lebens?
  • Dekodierung ohne Computer?
  • Wieviele Verse hat die Tora?
  • Wie funktioniert Zahlenmystik?
  • Wie kann man die Tora verstehen?
  • Kabbalah lernen?
  • Gibt es eine Seele in der Kabbalah?
  • Ist Adam Kadmon der Adam aus der Bibel?
  • Gab es einen Sündenfall?
  • Gibt es einen Bibelcode?
  • Bitte gehen Sie auch hier nicht davon aus, ich würde Ihnen nichts als die reine Wahrheit diktieren. Was ich formuliert habe, sind selbstverständlich nur meine eigenen wahren Ansichten.

    Was bedeutet die 511?

    Bis darauf, dass diese Zahl einem Drittel der Verse der Genesis entspricht und mit ihr das Grundgerüst (Hitomi-Methode) für die Torakosmos-Symbole gebildet wird, blieb sie mir lange ein Rätsel. Nun aber kann ich anführen, dass die 511 sowohl im ersten, als auch im letzten Wort der Tora gematrisch enthalten ist und dort eine verblüffende Leseart begleitet.

    Denn die Buchstaben eines hebräischen Wortes müssen für die mystische Interpretation nicht zwangsläufig aneinander kleben. Man darf sie auch anders unterteilen oder einzeln ausdeuten. Das ist nicht rein kabbalistisch sondern Rabbis machen das auch sonst so.

    Kümmern wir uns zuerst um das erste Wort der Tora. Es lautet „BeReschit“ בראשית, bedeutet Im Anfang, und kann so interpretiert werden:

    Bild: Worte im Wort Braschit

    Zusammengenommen kann das heißen: „In meinem Kopf sehe ich feurige Zeichen“. Hierbei denke ich unter anderem an die hebräischen Buchstaben, die beim näheren Hinsehen wie aus Flammen gemacht erscheinen.

    Das „Roschi“ ראשי ist hierber „mein Haupt“ oder Kopf und trägt den Wert 511. Aber vor der genauen Analyse schauen wir uns bitte erstmal auch das letzte Wort der Tora an. Es lautet „Israel“ ישראל und kann wie folgt interpretiert werden:

    Bild: Worte im Wort Ischral

    Dieses kann sich im Ganzen lesen als: „Ich habe gelernt zu sehen.“ und der Wert 511 setzt sich dabei zusammen aus „habe gesehen“.

    Feuer, wie das Äsch אש im BeReschit בראשית, als eines der vier Elemente gesehen ist kabbalistisch ein Hinweis auf die höchste Welt Atziluth. Das heißt archetypische Welt und Archetypen sind Ur-Ideen. Feuerzeichen sind also Ursymbole. Und da „sehen“ im weiteren Sinne auch erkennen oder verstehen impliziert (wie in „Aha, nun sehe ich!“), lese ich das erste und das letzte Torawort zusammengenommen und sinngemäß so:

    „Vor meinem geistigen Auge sehe ich Ursymbole und habe gelernt sie zu deuten.“

    Auf das „geistige Auge“ nimmt natürlich auch das Grudgerüst für die Torakosmos-Symbole bezug (daher: Hitomi-Methode, Hitomi heißt Pupille), welches aus drei Ringen von je 511 Versen besteht. Der Sohar schreibt: „Es ist das Geheimnis der Kreise im Auge“.

    Die Zeichen in den Punktemustern des Torakosmos sieht man als erstes nur im Geiste. Sie erscheinen vor dem inneren Auge wenn der Verstand den visuellen Eindruck intuitiv um gedachte Linien ergänzt. Wir kennen das von den Sternbilder bzw den Tierkreiszeichen. Was man aber sieht, das sind die Archetypen, die aus dem innersten und höchsten Wesen der Seele stammen, und die sich in den Punktemustern widerspiegeln. So stecken in BeReschit בראשית auch nicht zulezt noch die Buchstaben für Reji ראי drin, was Spiegel heißt. Man kann auch das Geheimnis des ersten und des letzte Wortes der Tora, dieses ist das Schai שי und das Jesch יש, als Spiegelung voneinander sehen. Jesch ist haben, und Schai שי ist ein Geschenk.

    511 ist „mein Haupt“ und in der Kabbalah spricht man vom „Haupt“ des Atik Jomin עתיק יומין‎, des „Alten der Tage“, wenn man das innerste Wesen der höchste Sefira Kether meint. An manchen Stellen sind es auch drei Häupter, so wie die Genesis und damit unsere Hitomi-Bilder aus dreimal 511 Versen gemacht sind.

    Zu guter Letzt ist 511 der Umkehrwert (Atbasch) von Sünde, hebräisch חטאת und bedeutet so Befreiung!

    Das Tav ת am Ende des BeReschit בראשית kann auch der letzte Buchstabe des Wortes Emet sein, das heißt Wahrheit. Er ist der letzte Buchstabe des hebräischen Alefbet und steht so für Vollkommenheit, sowie er auch der erste Buchstabe des Wortes Toom ist, das Vollkommenheit heißt.

    Wie funktioniert der Baum des Lebens?

    Als erstes ist zu sagen, dass es keinen „den“ Baum des Lebens gibt. Die Überlieferung gibt einem Beispiele und Methoden an die Hand, nach denen man seinen eigenen Baum des Lebens entdecken und gestalten kann.

    Hier ist ein kurzer Streifzug durch einen Baum des Lebens, wie er für mich in Verbindung mit dem Toraksomos von Bedeutung ist. Dabei habe ich mich an Überlieferungen orientiert, aber auch an eigenen Erkenntnissen und an dem was sich aus dem Torakosmos für mich ergab. Der Text ist für diejenigen geschrieben, denen bestimmte Begriffe und Beziehungen aus der Kabbala nicht mehr ganz so fremd sind, so dass sie diese hier wiedererkennen können.

    Kether ist der einzelne Punkt, der Urimpuls, der erste Funke des Feuers, der im Torakosmos als Stern symbolisiert ist. Diesen Stern umgibt die Dunkelheit Machschak מחשך und man kann ihn darin mit bloßem Auge nicht sehen. Man kann zwar von seiner Existenz wissen, aber diese kaum beweisen. So geht es dem Kether-Planeten Neptun. Der liegt im Gegensatz zu irgendwelchen Sternen zwar in erreichbarer Nähe, aber ohne Fernrohr kann man ihn nicht sehen. Das Fernrohr ist die Kabbalah.

    Der Funke aus Kether wird in Chokmah zum Lichtstrahl. Und Lichtstrahlen, wie auch intuitive Verknüpfungslinien zwischen einzelnen Sternen/Punkten, sind Ausprägungen des männlichen Prinzips von Chokmah, das durch die gerade Linie קו ישר symbolisiert wird.

    Bestimmte ausgewählte Verknüpfungslinien zwischen Punkten erscheinen intuitiv als Symbole in Binah, wobei es der Weisheit Chokmahs obliegt zu entscheiden, welche Verknüpfungen aus allen Möglichkeiten in Binah erscheinen. Daher umfasst Chokmah als die gesamte Palette der schöpfbaren Möglichkeiten den Zodiak und im weiteren Sinne auch alle anderen möglichen Konstellationen (hebräisch Mazloth מזלות‎), während sich in Binah die konkrete geschöpfte Auswahl als weiterer Plan abzeichnet. Das empfangende weibliche Prinzip von Binah wird daher torakosmisch abgebildet durch das Paradebeispiel für ein solches Symbol: Das Sternbild Orion.

    Für Chesed, das auf Binah folgt, hat Binah einen männlichen Aspekt. Der Orion zeigt den Avatar eins Menschen, wie er Eingang in viele Mythen gefunden hat, z.B. als sich radikal durchsetzender Krieger. Dieser Avatar bestimmt den Plan für die Ausarbeitung und Konstruktion der konkreten Form in den folgenden Sefirot von Chesed bis Jesod, welche die Welt Jetzira, die Welt der Formung bilden.

    Der „Alte der Tage“ עתיק יומין‎ ist das innerste Wesen von Kether, dem Punkt, und hat den umgekehrten Wert (Atbasch) 231, was uns auf das Symbol von Chesed, den Zirkel verweist. Der Kreis ist ein nach außen gekehrter Punkt, und Chesed ist die Schaltstelle, in der die inneren Urideen von Kether, ausgewählt und ausgestrahlt durch Chokmah und abgebildet in Binah ins äußere umgesetzt werden. Das erreicht Chesed durch bewusstes Handeln nach dem Vorbild von Binah.

    Auch das Sefer Jetzira, das Buch der Formung, spricht in Zusammenhang mit der 231 von einem Kreis, bestehend aus allen vorhandenen Buchstaben zusammen mit Verbindungslinien von jedem Buchstaben zu jedem anderen. Das sind bei den 22 hebräischen Buchstaben 231 Möglichkeiten der Kombination. Und das heißt für Chesed, dass dort durch Kombination einzelner konkreter Ideen die Konstruktion des Sichtbaren begonnen wird.

    Chesed steht für Wachstum und Ausdehnung weil man dort den Formen mehr und mehr Gestalt gibt, wobei das auf Chesed folgende Gevurah, die Stärke und Strenge der Natur, durch kritische Selektion und Evolution die Schnitzer aussortiert und damit jetzt das Ergebnis maßgeblich beeinflusst. Binah gibt die Formen vor, die Kether entspringen und von Chokmah ausgewählt werden. Chesed setzt die auserwählten Formen um und Gevurah sorgt auf natürliche Weise für die Einhaltung der Pläne aus Binah.

    Sowohl die bildgebenden Zahl 366 von Gevurah, als auch jene von Chesed, also die 231, haben die finale Quersumme 6, die auf Tiphareth verweist. Tiphareth, das Schöne, ist das Ergebnis der Konstruktionen durch Chesed beschnitten durch die Kritik von Gevurah. Der verborgene Punkt von Kether, die ungeborene Idee, als rohe Form erschienen in Binah und ausgearbeitet in Chesed, wurde von Gevurah geprüft und befindet sich nun als Ideal im Mittelpunkt des ganzen Systems um den sich alles dreht.

    Kether ist eine verborgene Idee und das Ideal Tiphareth ist eine geborene Idee. Hervorgebracht durch die Konstruktion von Chesed und angeglichen an den Plan von Binah durch Gevurah.

    Bisher gingen die Ereignisse im Schöpfungsblauf eher schematisch und abstrakt vor sich. Nun aber kommt mit dem Netzach-Planeten Venus Dynamik und Menschennähe ins Spiel, denn Venus bewegt sich durch ihre größere Nähe zur Sonne relativ rasch und befindet sich auch in größter Nähe zur Erde. Netzach bedeutet Ewigkeit, im Sinne von sich ewig drehen. Und weil man der Venus aber diese Drehbewegung nicht ansehen kann, wird Netzach im Torakosmos durch das bekannte Sternbild des großen Wagens symbolisiert. Dieses ist wie die Venus sehr gut sichtbar und geht aber nie unter, sondern fährt stetig um den Himmelspol herum.

    Der große Wagen ist mit der Merkaba, dem Sieges- und Thronwagen assoziiert, der kabbalistischen Version des „Astralkörpers“ (von lat. Astra: Sterne), dem Reich der sogenannten Seele und der Emotionen. Dieses ist unsichtbar in den Kosmos eingebettet, so wie „Im Kosmos“ בקוסמוס den verborgenen Wert 678 hat, jener Zahl aus der sich das Netzach Symbol erzeugt.

    Was vom Astralkörper für Einen sichtbar ist, das sind die einzelnen „Sterne“, hebräisch Kochavim, die sogenannten Gedanken. Daher hat der Planet des auf Netzach folgenden Hod, der Merkur nämlich, den hebräischen Namen Kochav. Hod ist der logische Intellekt. Allerdings ist dieser nur für Einen sichtbar. Für den Anderen sind die Gedanken wieder verborgene Sterne wie Kether.

    Das Symbol von Hod ist der rechte Winkel, denn der einzelne Lichtstrahl aus einer Quelle wie die Sonne, der ideale Standpunkt, wird von dieser Position aus nur dann wiederempfangen, wenn er im 90 Grad Winkel auf eine reflektierende Oberfläche trifft. Man spricht dann von Selbstreflektion.

    Die Oberfläche, der Seelenspiegel, ist Jesod, zu deutsch Fundament. Das ist schließlich jener Teil der Gedanken und Gefüle, den man für fest und unumstößlich hält: Das Ich oder Ego. Es ist symbolisiert durch den Mond, der uns statisch immer die selbe Seite zeigt. Im eigentlichen Zentrum steht aber das Ideal Tiphareth. Das Ich ist nur ein Abklatsch der erhabeneren Realitäten und eine Ansammlung an Material, die dem Ideal entsprechen soll.

    Der Mensch sieht Teile seiner Ich-Ansammlung durch die Materie gegeben, zumindest zumeist durch die Materie seines Körpers. So ist das Ich nicht gänzlich „innen“, ist nicht objektiv unsichtbar.

    Es ist klar, dass ein Ansammlung von Material keine Welt erschaffen kann. Trotzdem beruht auf der Basis des Ich schließlich die rein objektive Welt dessen, was man allgemein Realität nennt. Sie ist das Königreich Malkuth, weil sie durch das Ego geprägt wird und dem Urwillen aus Kether (das heißt Krone) untertan ist.

    Dekodierung ohne Computer?

    Ist es möglich, die Symbole von Hand aus der Tora zu dechiffrieren? Ich zeige Ihnen jetzt erstmal wie das überhaupt gehen könnte und rechne Ihnen dann vor wie lange es dauern würde.

    Gehen wir mal davon aus man weiß, dass man nur die Genesis untersuchen braucht. Dann müsste man jedes von 20.512 Worten der Genesis ausrechnen und dabei die Werte von rund 78.064 Buchstaben addieren (ich habe diese Zahlen aus einer anderen Quelle und selbst nicht nachgezählt). Die Wortwerte müsste man irgendwo Vers für Vers, Wort für Wort der Reihe nach aufschreiben, zusammen mit den Vers- und Wortnummern.

    Als Nächstes müsste man beim ersten existierenden Wortwert anfangen und jedes seiner Vorkommen aus den eben aufgeschriebenen Werten heraussuchen. Anschließend muss seine Position im Hitomi-Rad ermittelt werden (relativ trivial wenn man eine runde Schablone mit 511 Markierungen außen rum hat, ähnlich einem Geodreieck). Dann ist ein Punkt an die ermittelte Position zu setzen, z. B. in einer Zeichnung. Für jeden Wortwert wäre eine neue Punktezeichnung anzufertigen, für später, bzw auch für den Fall, dass ein Symbol nicht gleich erkannt wird. Und unterschiedliche Wortwerte gibt es in der Genesis immerhin 1395 Stück (gezählt im Toratext den ich verwende).

    Im Symbol für Chokmah haben wir eine Ausnahme. Da liegt der am weitesten von der Bildmitte entfernte Punkt in Vers 610 von Exodus, wozu zu den drei Ringen der Genesis noch zwei weitere Ringe aus den ersten 1022 Versen des Exodus hinzu kommen. Um das fest zu stellen, kann man zwar vielleicht vom in der Genesis befindlichen Teil des Punktemusters auf einen weiteren Punkt außerhalb der Genesis schließen indem man ahnt, was das Symbol darstellen soll. Um jedoch ganz auszuschließen, dass es in der restlichen Tora keine weiteren relevanten Bildpunkte gibt, müsste man da mit insgesamt 79.847 Worten aus 304.805 Buchstaben arbeiten (andere Quelle, nicht nachgezählt) und landet bei 1664 unterschiedlichen Wort­werten (gezählt).

    Auf die Genesis bezogen und ausgehend davon, dass man pro Wort im Mittel 30 Sekunden für die Addition seiner Buchstabenwerte benötigt, ist man allein mit der Berechnung und Aufschreibung der Wortwerte gut sieben Tage und Nächte beschäftigt. Mit Übung könnte dies auch viel schneller gehen.

    Um die Worte/Punkte für jedes der 1395 möglichen Muster zufinden müsste man eben 1395 mal alle 20.512 zuvor aufgeschriebenen Wortwerte absuchen. Da sind also 28614240 Zahlen zu sichten. Wenn das pro Zahl bei geübtem Blick eine drittel Sekunde dauert, benötigt man gut 110 Tage und Nächte.

    Dabei muss aber bei jedem gefundenen Wortwert die Sichtung unterbrochen, und der Punkt gezeichnet werden. Dann ist die Sichtung beim nächten Wortwert fortzusetzen. Für dies beides berechne ich nochmal 30 Sekunden pro Wortwert. Also nochmal gut sieben Tage und Nächte.

    Wenn man wirklich die von mir ermittelten Zeiten braucht, ist man knapp ein drittel Jahr Tag und Nacht beschäftigt. Das sind 2820 Arbeitsstunden. Diese könnten sich allerdings z. B. 100 Personen teilen, womit wir bei 7 Stunden Arbeit am Tag bei insgesamt 4 Tagen Arbeit wären. Das ist machbar, betrifft aber nur die Genesis. Für die ganze Tora ... tja, dann wären es 20 Tage. Auch das ist realistisch.

    Übrigens benötigt man nach meiner Schätzung bei 500 Zahlen pro A4 Seite für alle Wortwerte der Genesis, zuzüglich deren Wort- und Versnummer, 123 Seiten. Für die ganze Tora 479. Für die Zeichnungen kommen bei der Genesis noch 1395 Seiten dazu und bei der ganzen Tora 1664. Maximal benötigt man 1072 Blatt Papier.

    Wieviele Verse hat die Tora?

    Aus den Betrachtungen zu Chokmah geht hervor, dass 5847 Verse oder 5844 Verse optimal für das Versmaß der Tora wären. Aber wieviele Verse hat sie wirklich und warum?

    Das lässt sich nicht sagen. Das Versmaß dreht sich um diese Zahlen, aber mir sind auch schon Versionen mit 5852 oder gar 5853 Versen untergekommen. Das liegt ganz daran wie und wo man bestimmte Verse trennt. Es fehlt nie etwas vom Text ansich, aber über die Trennung z.B. in den Passagen über die zehn Gebote herrscht Uneinheitlichkeit, um die Verstrennungen dort mit den einzelnen Geboten zur Deckung zu bringen oder eben nicht.

    Trotzdem gibt es in der Tora selbst einen versteckten Hinweis, dass die Zahl 5844 von Bedeutung ist. Und dazu muss man noch nicht einmal die reine Textebene verlassen. Es ist nur nötig, eine kleine Rechenaufgabe durchzuführen, welche im Buch Numeri Kapitel 3 bis 5 samt Zahlen beschrieben ist:

    • Die Leviten, einer der Zwölf Stämme Israels, sind Eigentum Gottes (Numeri 3,13).
    • Im Falle einer Eigentumsverletzung, das bedeutet, falls den Leviten ein Schaden widerfährt, muss die Zahl der Leviten die Schaden genommen haben zuzüglich eines Fünftels „erstattet“ werden (Numeri 5,6-7).
    • „Schaden“ genommen haben diejenigen Leviten, die nicht arbeiten können.
    • Um deren Zahl zu berechnen, muss von der Gesamtzahl der Leviten die Zahl derer die arbeiten können abgezogen werden.
    • Dann muss ein Fünftel vom Rest zum Rest addiert werden um zu erhalten wie viel „gezahlt“ werden muß.

    Ich denke, womit hier gezahlt wird, tut nichts zur Sache, denn das steht da nirgends. Meine Zitate beziehen sich hier auf die „Gute Nachricht“ Übersetzung. In anderen Übersetzungen sind diese Passagen noch kryptischer.

    Hier die Rechnung: Gershon, laut Altem Testament der älteste Sohn des Levi, hat 7500 Leviten (Numeri 3,22). Arbeiten können davon 2630 (Numeri 4,40). Das ergibt einen Verlust von 7500 - 2630 = 4870. Plus ein Fünftel sind 5844! Ein Rabbi sagte mir einmal, dass diese Zahl für den Versumfang der Tora richtig sei.

    Einen Zufallstreffer an dieser Stelle schließe ich aus, da dort garnicht genug Zahlen stehen um „jedes“ (wie gern behauptet wird) Ergebnis produzieren zu können.

    Wie funktioniert Zahlenmystik?

    Neben allem Möglichen, das Ihnen zum Begriff der Zahlenmystik einfallen könnte, spreche ich hier mal nur von der Berechnung der Werte von Worten durch die Addition der Werte ihrer Buchstaben (Gematrie, griechisch Isopsephie) und dem anschließenden Vergleich von Worten gleichen Wertes.

    Zunächst mal ist zu sagen, dass mir außer hebräischer und griechischer Zahlenmystik kaum eine andere bekannt ist, die funktioniert. Außerdem weiß ich nicht, welche der vielen möglichen Schlüssel wirklich Sinn machen. Durch eine Mehrzahl der Lesungsarten ergeben sich mehr Kombinationsmöglichkeiten, was mitunter auch zur Ansicht führen kann, das mit phantasievoller Beliebigkeit vorgegangen wird. Daher beschränke ich meine Untersuchung auf diese Methoden:

    • Verwendung der normalen Zahlwerte der Buchstaben im Hebräischen und Griechischen. Im Hebräischen kann dabei der letzten Buchstaben eines Wortes, wenn er ein sogenannter Endbuchstabe ist, mit seiner großen Zahl (Mispar Gadol, 500 bis 900) gezählt werden, oder aber mit seiner äußeren Zahl (Mispar Hechrachi, bis 400). Die äußere Zahl, auch „einfacher Wert“ genannt, ist der Wert der Sprache, dessen was ausgesprochen wird. Denn dabei gibt es keine Endbuchstaben, die anders klingen würden.
    • Die Zahl des Namens (Mispar Schemi), auch „voller Wert“ genannt, ist gegeben, wenn man die Namen der Buchstaben eines Wortes aus schreibt und dann deren Werte addiert. Hierbei werden die Hechrachi-Werte aller Buchstaben verwendet. Beispiel: Alef א schreibt sich Alef-Lamed-Phe אלף, das ergibt addiert 111 für Alef.
    • Vom „verborgenen Wert“ (Mispar Ne'elam) spricht man, wenn man den äußeren Wert (Hechrachi Wert) vom vollen Wert abzieht. Hierdurch wird die Aufmerksamkeit nach innen und auf einen noch tieferen Sinn gelenkt.
    • Der „Kehrwert” oder sogenannte Atbasch wird erreicht, wenn man für den Wert des ersten Buchstabens des Alefbet jenen des letzten Buchstabens ein setzt, für den zweiten den vorletzten und so weiter. Dies spricht für die Umkehr einer Bedeutung, eines Prinzips oder einer Idee.

    Wortwertberechnung und das Entdecken von Beziehungen zwischen Worten gleichen Wertes wird in der Kabbalah als mystische Meditation verstanden, in der man bewusst mit Mitteln der freien Assoziation arbeitet. Der Kabbalist geht davon aus, dass er schon das richtige finden wird, was immer auch das ist. Es ist aber wie Angeln: Geduldig sein und manche Fische wirft man wieder zurück in den Teich.

    Ein gleicher Wortwert von zwei oder mehr Worten drückt eine mögliche Beziehung aus, nicht unbedingt Identität in der Bedeutung. Ein Beispiel: Im Hebräischen haben die Worte Dunkelheit (Machschak) und InBlindheit (BeSanverim) den selben Zahlwert 368. Blindheit bedeutet Dunkelheit für den Blinden, aber Dunkelheit bedeutet nicht, dass da jemand blind ist. Beide Worte zielen aber auf etwas Drittes ab, das eine höhere Ordnung hat, nämlich: „nichts sehen können“, oder „etwas nicht sehen können“. Das ist das gematrische Prinzip, der Schluss auf den höheren Sinn.

    Wie kann man die Tora verstehen?

    Die klassische jüdische Interpretation von Toratexten empfiehlt zudem vier Varianten des Verständnisses des Textes: Peschat, Remes, Derasch und Sod.

    • Peschat: Die wörtliche Bedeutung. Diese zu verstehen heißt nicht, dass sie wahr ist oder dass daran geglaubt werden muss. Die wörtliche Bedeutung genau zu kennen ist lediglich die Basis für alle weiteren Varianten. Hier ist oft die korrekte Übersetzung gefragt.
    • Remes: Die symbolische Bedeutung. Hierher gehören das Verständnis von Gleichnissen und auch Zahlenwerten von Buchstaben und Worten, also auch Gematrie. Die symbolische Bedeutung geht durch Nachdenken aus dem Verstehen der wörtlichen hervor.
    • Derasch: Die persönliche Interpretation zwischen den Zeilen (und von Zahlen), was es für einen selbst bedeutet. Diese Interpretation ist durch Selbstreflektion über Wort und Symbolik erreichbar.
    • Sod: Das Geheimnis. Hier steigt man nicht so einfach durch. Hierher gehören mystische Medita­tionen mit und über alle drei bisherigen Punkte, die man vorher verstanden haben sollte.

    Es geht also um: Den genauen Wortlaut, das Verstehen der Symbolik, das was es einem Persönlich sagt, und dann, ja dann noch um das Geheimnis, über das man sagt, dass es das ist, was man eh nicht verstehen kann. Und es es gibt hier sozusagen vier Stufen der Meditation: Wahrnehmung, Nachdenken über die Wahrnehmung, Selbstreflexion über die Gedanken und schließlich das ganze Verständnis der Vorgänge bei einem Maximum an Achtsamkeit.

    Sie möchten „Kabbala“ lernen?

    ... und wissen nicht, wo sie da hin müssen und wie lange Sie dazu brauchen? Nun, auch für mich war anfangs fast alles dazu recht nebulös, aber interessant. Ich hatte schon viele Ideen. Ich bin jetzt fast 40 Jahre alt (Stand 2014) und die ersten betreffenden Texte las ich schon vielleicht vor 20 Jahren. Aber es tat sich auch mal einige Zeit nichts auf diesem Gebiet.

    Etwa seit 2002 habe ich bei meinen Studien und Versuchen den Torakosmos entdeckt und entwickelt. Es stecken über zehn Jahre Arbeit dahinter, locker und mit Pausen. Ich bin ja auch Webmaster und Programmierer und da interessiert mich die Kabbala manchmal wenig.

    Wichtig ist, zu bemerken, dass Kabbalah kein feststehendes Wissenskonzept „der“ kosmischen Beziehungen ist, sondern eine Art Anleitung zur Entdeckung und Gestaltung des persönlichen Lebensbaumes, der die eigenen Entwicklungsvorgänge unterstützt, spiegelt und erkennbar macht. Hierbei sind die Überlieferungen vorbildlich und hilfreich, sollen aber auch mit genügend Freiraum für das individuelle Wachstum verstanden werden. Die traditionellen Bäume des Lebens bieten sich als Vorlagen und Grundmuster für Ordnungssysteme an, sollen aber mit eigenen Assoziation belebt und ausgestaltet werden. Es ist nicht nötig, das Rad ganz neu zu erfinden, weil die traditionellen Bäume an sich gut und erprobt sind, ziemlich allgemein funktionieren und während der Eigenarbeit als Maßstab verwendet werden können. Sie sind aber bei deren Studium und der Erkenntnis, dass es „den“ Baum nicht gibt, auch einem selbst entsprechend zu deuten, anzupassen und bei Bedarf auch wieder zu aktualisieren. Und natürlich ist es falsch, Eigenkreationen als die neue allgemeine Wahrheit zu betrachten, auch wenn jeder selbst-authentische (einem wirklich entsprechende) Baum durchaus etwas davon hat.

    Man muss auch an die für einen persönlich richtigen Quellen kommen. Vieles was dazu schriftlich auf dem Markt ist, war für mich Müll. Die beste und im Bezug auf erprobte Langzeitüberlieferungen authentischste Kabbala-Webseite die ich kenne ist: http://hermetik.ch/ath-ha-nour/site/kabbala.htm. Die Angaben dort stimmen zum Großteil mit meinen Ergebnissen überein.

    Und man muss auch wissen, wo man hin will, sonst kommt man nicht weit. Also klar definieren, was genau man verstehen will und auch wissen wozu. Oder sich ein anders Ziel setzen. Inspiration aus allen Richtungen ist gut, aber dann muss man etwas fokussieren, so war das bei mir. ^^

    Gibt es eine Seele in der Kabbalah?

    Ja! Man unterscheidet da - schematisch gesprochen - sogar mehrere seelische Bereiche, welche im Zusam­menwirken bestimmte Funktionen erfüllen. Diese seelischen Bereiche sind bewusst und außerdem lern­fähig. Ihre hier erklärte Struktur soll als Verständnisempfehlung aufgefasst werden.

    Ich versuche, anstelle einfach den Stoff herunter zu schreiben, der diesbezüglich auf jeder besseren Kabbalahwebsite gelesen werden kann (mal so mal so), eine eigene Auffassung von zeitgemäßer Klarheit ganz ohne mystische Begriffe zu formulieren.

    Die Grundfunktion und Aufgabe der kabbalistischen Seele ist das Leben und Streben, das von jedem Bereich individuell umgesetzt wird. Die hauptsächlichen Bereiche sind:

    • Nefesch ist körperorientiert und kümmert sich um dessen Erhaltung und marteriellen Bedürfnisse. Hierher gehört auch das Zellbewusstsein, denn jede Zelle ist ein kleines Lebewesen. Pflanzen und Tiere haben auch eine voll ausgeprägte Nefesch. Sie kann zu deutsch vegetativer und animalischer Bereich genannt werden. Nefesch strebt instinktiv nach Überleben.
    • Ruach ist am herzlichen und emotionalem Denken interessiert und fühlt sich auch eher zum Körper hingezogen. Emotionales Denken ist eines, das auf das Erleben bestimmter Emotionen abzielt. Bei Tieren und Pflanzen ist Ruach eher weniger sichtbar ausgeprägt, aber durchaus vorhanden.
    • Neschamah ist ein Bereich von Intellekt und fördert ein Denken das sich eher am Geist orientiert. Hierher gehört auch die Entwicklung und das Verstehen von Sprache. Pflanzen und Tiere haben Neschamah, können diesen Bereich aber nur im Rahmen ihrer jeweils veranlagten Sprachfähigkeit ausdrücken und weiter ent­wick­eln. Neschamah strebt nach Kultivierung.

    Ich vermeide ganz bewusst die sonst üblichen Zuordnungen seelischer Bereiche zu den kabbalistischen „Welten“ und den konkreten Sefirot, weil das Schubladen sind und man dann annehmen könnte, dass „alles das selbe“ sei. Nein, die Bereiche der Seele sind für sich schon schematisch genug und sie sind keine Welten und auch keine Zahlen. Man kann sich aber vorstellen, wie die mehr geistig orientierten Bereiche eher an den oberen Sefirot interessiert sind, und die mehr körperlich orientierten Bereiche eher an den unteren.

    Übrigens: Neschamah wurde gemäß Bibel (Gen. 2,7) von Gott dem von ihm aus feuchtem Ackerboden (Adamah) geformten Menschen (Adam) eingehaucht, damit er eine lebende Seele (Nefesch Chaya) wird. Auch die Tiere wurden ebenda aus diesem Ackerboden geschaffen, und auch sie werden dort als lebende Seele bezeichnet. Es wird dabei aber nicht erwähnt ob Gott auch diesen Neschamah ein­geblasen hat oder nicht. Bestimmte Pflanzen wie etwa Bäume werden dann jedoch überhaupt nicht als lebende Seele oder lebendig bezeichnet, sondern Gott ließ sie einfach aus besagtem Ackerboden wachsen.

    Ist Adam Kadmon der Adam aus der Bibel?

    Adam heißt ja Mensch. Ein solcher wird in Genesis 1 von Gott (Elohim) nach seinem Bilde als männlich und weiblich geschaffen, und in Genesis 2 von Gott Jahwe aus dem feuchten Ackerboden als Mann geformt. Dann wird er durch das Einhauchen des Lebensatems (Neschamah Chayim) belebt.

    Man nimmt an, dass Genesis 1 und 2 das selbe Geschehen beschreiben, einmal allgemeiner und dann im Detail. Dabei könnte die Beziehung der beiden Berichte aber auch wie folgt aussehen: Das Wort „schaffen“ in Genesis 1 ist „bara“ und das Wort „formen“ in Genesis 2 ist „jatzer“. Ich nehme an, dass hier so wie bei den Schöpfungsphasen In der Kabbalah unterscheidet man mehrere Phasen der Schöpfung, in herkömmlicher Weise „Welten“ genannt. Zwei davon sind Beriah (von bara, schaffen) und Jetzirah (von jatzer, formen). Der Unterschied ist etwa wie beim Planen und dann Konstruieren. („Welten“) in der Kabbalah das Bara dem Jatzer voraus geht, dass Jatzer ein vorheriges Bara bedingt. Der Mensch aus Genesis 1 könnte somit ein Plan für den aus Genesis 2 gewesen sein.

    Der kabbalistische Adam Kadmon, diese Bezeichnung bedeutet ursprünglicher Mensch, bestand aus Licht und war gemäß Kabbalah der Plan für den irdischen Menschen. Und dieser kabbalistisch-irdische Mensch verlor im Laufe des Geschehens wie auch der Mensch aus Erde aus Genesis 2 seine göttlichen Eigenschaften. Kabbalistisch geschah das allerdings nicht wie in der Bibel durch einen Beschluss Gottes, sondern durch das Problem, dass die Formungen zu unvollkommen waren um das Licht ganz aufzunehmen und zersprangen.

    Gab es einen Sündenfall?

    Wer kennt das nicht? Adam und Eva beißen in den Apfel und werden sterblich. Doch halt, so steht es nicht geschrieben. Sehen wir uns mal die Geschichte von Adam und Eva (Genesis 2 und 3) mit scharfem Verstand an und halten wir ein paar Fakten fest:

    • Der Mensch wurde nach dem Bilde Gottes erschaffen, aber nicht gottgleich. Wäre der Mensch gottgleich erschaffen worden, hätte er nicht erst von den Früchten des Baumes des Wissens essen müssen um so klug wie Gott zu sein.
    • Nirgends steht, der Mensch hätte von Haus aus ewig gelebt, wenn er nicht vom Baum des Wissens gegessen hätte. Ewiges leben kann der Mensch aber erhalten, indem er von den Früchten des Baumes des Lebens isst.
    • Wenn Gott aber für jeden Fall verhindern hätte wollen, dass der Mensch so klug wird wie Gott und ewig lebt, hätte Gott die beiden Bäume nicht gepflanzt.
    • Gott hat gesagt, der Mensch wird an dem Tag sterben an dem er vom Baum des Wissens isst. Weder ist der Mensch an dem Tag gestorben, noch geht daraus hervor dass er sonst nie gestorben wäre.
    • Gott hatte dem Menschen gegenüber zunächst nur den Baum des Wissens erwähnt. Über den Baum des Lebens hatte er ihm nichts gesagt oder geboten. Erst nachdem der Mensch vom Baum des Wissens aß, möchte Gott verhindern, dass der Mensch vom Baum des Lebens isst.
    • Gott sprach zu den Menschen schon direkt als er sie schuf: „Seid fruchtbar und mehret euch“. Entweder dieses Mehren hätte irgendwann zum Stillstand kommen sollen (Überbevölkerung), oder der Mensch war von Haus aus als sterblich geplant.

    Was denken Sie nun? Was meine ich? Gott schuf den Mensch als unwissend und sterblich, hat ihm aber durch den Baum des Wissens und den Baum des Lebens prinzipiell ermöglicht, wissend zu sein und ewig zu leben. Die Unwissenheit war schon überwindbar, ein kontroverses Thema. Die Sterblichkeit noch nicht, da sind wir uns einig. Aber der Mensch ist nicht „gefallen“. Gott hat ihn und die Schlange erniedrigt (Gen 3,14-19).

    Gibt es einen Bibelcode?

    Wenn Sie meinen, dass ein Bibelcode prophetische Auskünfte über Geschehnisse unserer Zeit oder Zukunft enthält oder enthalten soll, dann klares Nein. Wenn Sie meinen, das schlicht bestimmte Worte nach der durch den Bibelcode populär gewordenen Methode in den Text gewoben sind, dann ja. Für letzteres bringe ich gleich ein paar Beispiele.

    Hier aber erstmal kurz die Methode: Ausgehend von einem bestimmten Buchstaben wird mehrfach die selbe Menge an Buchstaben vorwärts oder rückwärts übersprungen, die Buchstaben bei denen man so landet ergeben ein Wort.

    Bei der Fülle der so möglichen Ergebisse lassen sich gut und gerne Abschnitte finden, in denen sich Wortergebnisse mit einem gewissen Thema ballen, zum Beispiel eben zum Thema eines aktuellen oder vergangenen geschichtlichen Ereignisses. Da aber nachgewiesen wurde, dass soetwas auch mit gewöhnlichen Texten möglich ist, wird nun davon ausgegangen, dass es diese so kodierten Inhalte nicht gibt.

    Korrekt müsste man jedoch sagen, es gibt nur keine Kriterien, wie man echte Codes von falschen unterscheiden können soll. Ich kann das für tatsächlich existierende Codes auch nicht genauer definieren als dass dann die Zahlen der übersprungenen Buchstaben sich in händisch abzählbaren Grenzen halten und noch dazu Bedeutungen haben, die natürlich wie auch die kodierten Worte selbst zur Tora passen.

    Und gerade durch den Torakosmos eröffnen sich passende Zahlen. Unter Chokmah habe ich beschrieben, welche Bedeutung die 99 aus Kapitel 17 der Genesis für die Tora hat, nämlich unter anderem eine astronomische: Der Oktaeteriszyklus von 99 Mondphasenzyklen. Dieser wurde im alten Griechenland in 50 und 49 Mondmonate unterteilt, in ein Zeitmaß von etwa vier Jahren das sich dort eine Olympiade nannte und im Mythos von den 50 Töchtern der Selene (Mondgöttin) und des Endymion wiederspiegelt.

    Zählen wir ab dem ersten T Buchstaben der Tora (dem letzten Buchstaben des ersten Wortes „beReschit“) jeden 50sten Buchstaben, erhalten wir das Wort „Tora“. Und nicht nur das. Folgender Tabelle können Sie entnehmen, welche Codes es hier gibt, jeweils in den Anfang oder das Ende eines Buches der Tora eingewoben:

    Textstelle        Startwort und Buchstabe      Distanz       Wort
    -----------------------------------------------------------------
    Gen  1,1-5        BRASYT                       50            TVRH
    Gen 49,28-30      VZAT                         50            TVRH
    Exo  1,1-7        SMVT                         50            TVRH
    Exo 39,8-13       TKLT                         50            TVRH
    Num  1,1-3        AL-MSH                       50            HRVT
    Num 34,9-12       ZH-YHYH                      50            HRVT
    Deu  1,5-8        AT-HTVRH                     49            HRVT
    Deu 32,3-7        LALHYNV                      49            HRVT

    Das mittlere Buch Levitikus befindet sich nicht in obiger Liste. Dort haben wir etwas spezielles:

    Textstelle        Startwort und Buchstabe      Distanz       Wort
    -----------------------------------------------------------------
    Lev  1,1          VYQRA                         8            YHVH
    Lev  1,2-3        KI-YQRYB                     21            YHVH
    Lev  1,3          YQRYBNV                      13            YHVH
    Lev  1,3-5        YQRYBNV                      34            YHVH

    Zusammengefasst: in den Büchern Genesis, Exodus, Numeri und Deuteronomium haben wir insgesamt viermal „Tora“ und viermal „aroT“ (Tora rückwärts). Und in Levitikus haben wir viermal „Jahweh“.

    Und die Zahlen: sechsmal tritt die 50 auf und zweimal die 49. Zusammen sind das 398. Auf die gleiche Zahl kommt man auch mit den Zahlen 8, 13, 21 und 34, die übrigens aufeinander folgende Fibonacci-Zahlen (Goldener Schnitt) sind. Addiert ergeben sie 76, und das ist das Alter Sarais bei der Geburt Ismaels im 398ten Vers der Genesis (16,16). Denn Abram ist dort 86 Jahre alt und aus Kapitel 17 (wo auch die 99 auftaucht) geht hervor, dass Sarai 10 Jahre jünger ist als dieser.

    Noch dazu ist „Tora“ rückwärts gelesen im Wort schwanger werden (leharot להרות) enthalten und die Fibonacci-Zahlen beschreiben Wachstumsmuster und Geburtsraten bei diversen Pflanzen und Tieren.

    Liest man ab dem ersten T im ersten Wort der Tora jeden 51sten Buchstaben, erhält man rückwerts das Wort Emet אמת, das heißt Wahrheit.

    Ihre Frage war nicht dabei? Bitte versuchen Sie die Argumente oder fragen Sie ganz einfach mich.

    (c) Andreas G. Szabó - erstellt 2013 - letzte Änderungen 7/2014,