Die Bedeutung der Sefirotsymbole im Baum des Lebens
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  • 368 - Kether
  • 971 - Chokmah
  • 656 - Binah
  • 231 - Chesed
  • 366 - Gevurah
  • 666 - Tiphareth
  • 678 - Netzach
  • 867 - Hod
  • von Andreas G. Szabó

    In der Einführung habe ich Ihnen erklärt, wie man anhand der hebräischen Buchstaben-Zahlen-Beziehung (Gematrie) mit einem Computerprogramm auf Punktemuster kommen kann, die sich hinter den Worten der Tora verstecken. Die Punktemuster kann man mit gedachten Linien zu Symbolen ergänzen, so dass deren Bedeutungen klar werden können.

    Auf dieser Seite finden Sie Erklärungen zu diesen Symbolen soweit ich sie bisher verstanden habe. Meiner Auffassung und Konstruktion nach, handelt es sich bei ihnen um Darstellungen der kabbalistischen Sefirot, wobei sich meine richtige Zuordnung der Siegel zu den Sefirot technisch überprüfen lässt. Auf dieser Seite finden sie Versuche der Erklärung jedes Symbols in Verbindung mit der Sefira die es darstellt.

    Die Symbole für die Sefirot Malkut und Jesod gibt es entweder nicht, oder ich habe diese bisher noch nicht gefunden. Sie können das Hitomi-App nutzen, um selbst danach ausschau zu halten.

    picture: Hitomi Tree of Life1 2 3 4 5 6 7 8

    Es gibt für mich offensichtliche und auch versteckte, bzw. erst zu ergründende Figuren und Botschaften in den Siegeln. Bevor ich über beide schreibe, hier kurz die Aufstellung der offensichtlichen. Und Sie können auf die Siegel im „Baum des Lebens“ oben klicken, um zu den detaillierten Ausführungen zum jeweiligen Siegel zu gelangen. Oder sie können sich in die Funktionsweise des ganzen Baumes in Verbindung mit den Siegeln einarbeiten.

    368Stirnband mit Zacke (Diadem)
    971Ein Stab oder eine Messlatte.
    656Orion mit Procyon und Sirius.
    231Ein Zirkel.
    366Ein Fraktal.
    666Ein gleichseitiges Dreieck.
    678Der Große Wagen.
    867Ein Winkelmaß.

    Lassen Sie uns nun von unten kommend Stufe um Stufe, Siegel um Siegel in dem Baum hoch steigen.

    8 - Hod (Ruhm) - Siegel der 867הוד

    Der Satz des Pythagoras, das a² + b² = c², ist neben Einsteins Materieformel die am besten bekannte mathematische Angelegenheit. Im Siegel des Ruhmes wird der Satz nur durch vier Punkte angedeutet, die mittels der Hitomi-Methode aus der Tora berechnet werden. Die Distanz der beiden gelben Punkte links, welche die Richtung der hinzugedachten senkrechte Linie (grün) vorgeben, beschreibt dabei die Länge einer Einheit in der 3:4:5 Aufteilung des Satzes. Die anderen beiden Punkte, welche die gedachte waagrechte Linie (rot) vorgeben, beschbreiben die selbe Einheit.

    Die hier presente Aufteilung in 3:4:5 ist die kleinstmögliche mit ganzen Zahlen und daher besonders. Und besonders ist auch, dass die Form entlang der den rechten Winkel bildenden Seiten gerade liegt, wenn der Null-Grad der zugrundeliegenden punktebildenden Formel (siehe Methode) genau rechts ist.

    Bild: Pythagoras

    Wären die senkrechte und die waagrechte Linie nicht über den rechten und den unteren Punkt um eine Einheit hinaus gezeichnet, bzw würde man der grünen Linie nicht erlauben aus dem Bild heraus zu hängen, käme bestenfalls nur ein 2:3 Verhältnis zu stande, wobei dann die gedachte schräge Linie nicht ganzzahlig durch die gehabte Einheit teilbar wäre. Es ist hier also nötig, über den vermeintlich gegebenen Rahmen hinaus zu denken, wenn man das Muster des Satzes in den vier Punkten erkennen will.

    Da ich die richtigen Linien schon eingezeichnet habe, werden Sie wohl denken „Na und? Ist doch einfach!“ Aber mit obiger Konstruktion verhält es sich ähnlich, wie beim sogenannten Neun Punkte Problem. Versuchen Sie mal, wenn Sie das Beispiel nicht schon kennen, die neun Punkte unten mit nur vier Linien zu verbinden. Oder fragen Sie einen Freund der es noch nicht kennt.

    Bild: Neun Punkte

    Der Satz des Pythagoras symbolisiert in der hier gezeigten Weise also nicht nur das reine logische Denken und Schlussfolgern an sich, sondern vielmehr auch die Fähigkeit des genialen Verlassens der üblichen Grenzen. Diese Fähigkeit wurde schon allen großen und namhaften Wissenschaftlern nachgesagt und begründete ihren Ruf.

    Der kabbalistische Name des Siegels mit dem Satz des Pythagoras ist daher Hod, das heißt Ruhm oder Ehre. Es ist aber nicht nur solche davon gemeint, die einem „von Außen“ als Antwort für gute Taten oder geniale Leistungen entgegen gebracht oder bestätigt wird, sondern gemeint sind auch die Früchte der „inneren“ Widerspiegelung des Selbst, der Arbeit der Selbstreflexion.

    Nur wenn Licht in 90 Grad Winkeln auf spiegelnde Oberflächen trifft, wird es direkt zu seiner Quelle zurückgesendet und dadurch von ihr aus sichtbar. So können einem z. B. bestimmte konditionierte Beweggründe des Denkens und Handelns klar, verständlich und begreifbar werden, um sie schließlich zu verändern.

    Wer den rechten Winkel als Werkzeug kennt/hat, vermag es, auf einfache Weise formelle Genauigkeiten beim Bau eines Hauses einzuhalten, z. B. durch Anlegen des Winkels an den zu begradigenden Stein. Der rechte Winkel wiederum lässt sich mit Hilfe eines einfachen Maßes herstellen, eines geschlossenen Seils mit 12 Knoten in gleichen Abständen, durch welche bei richtigem Aufspannen des Seils der Umriss des 3:4:5 Dreiecks gebildet werden kann. Das kann zur Kontrolle von Wänden verwendet werden, die zueinander im rechten Winkel stehen sollen.

    Der „Bau eines Hauses“ ist auch symbolisch zu verstehen, nämlich als die Einhaltung bestimmter Regeln, die des Rechtens sind, bei der Erbauung dessen, was in spirituell-esoterischen Schriften der „Tempel des Selbst” genannt wird.

    So dient unter Anderem die Winkelmaß-Idee dem Hauptziel der Freimaurer, welche sich von ihr inspirativ leiten lassen: Das Ziel ist die Veredelung der eigenen Persönlichkeit.

    Die Leitgedanken dabei sind: Ein rechtschaffener Lebensstil, Ethik und Moral, und Loyalität zum menschlichen Gesetz und zu guten Prinzipien des sozialen Miteinanders. Der starre rechte Winkel wird dabei aber durch den flexiblen Zirkel aufgelockert, mit dem der Mensch bestimmt in wiefern er solche Regeln für sich selber umsetzt so wie es ihm zumutbar ist.

    Im Gegensatz zu Naturgesetzen sind kulturelle Errungenschaften wie die eben aufgezählten nicht schon immer da gewesen. Nach dem Muster von etwas „Höherem“ werden sie von Menschen konstruiert und aufgebaut, die über den Tellerrand der Gewohnheiten hinaus blicken können, die offen für das „Höhere“ sind. Daher ist der Satz des Pythagoras das Siegel des Merkur, des griechischen Hermes, des Götterboten, der die Menschen vernünftig macht indem er ihnen die Ideen Gottes vermittelt.

    Eine andere Entsprechung des Prinzips von Hod findet sich im babylonischen Fisch/Mensch Mischwesen Oannes. Er war dort der Kulturbringer schlechthin und brachte auch die Wissenschaft im allgemeinen sowie die Baukunst.

    Hermes aber wurde in der Philosophie der Antike mit dem Logos identifiziert. Ein Logos, wie er auch in der Bibel erscheint, in Vers Johannes 1,1:

    „Im Anfang war der Logos, und der Logos war bei Gott, und der Logos war Gott.“

    Den Logos als „Wort“ zu übersetzen wird ihm nicht gerecht. Logos ist Vernunft, Verstand, die gute Rede und das Sprechen überhaupt, ... aber auch die Rechnung oder das Berechnen.

    Die Zahl von „Logos“ Λόγος nach griechischer Buchstaben-Zahlen Beziehung ist 373. Das Wort kommt im obigen Vers dreimal vor. Und dreimal so „groß“ wie 373 ist 1119, die Zahl von „Johannes“ Ιωαννης.

    Hier stoßen wir wohlmöglich auf den sagenhaften Hermes Trismegistos, den dreimal großen Hermes, den ersten Lehrer der Menschheit, der ihr die Schrift und Sprache brachte, sowie auch die Mathematik und vieles mehr. Nach einer Legende hat er als der ägyptische Thot auch den Pythagoras unterrichtet.

    Ok. Nach all den eben gemachten Erklärungen kann ersichtlich werden, warum das Schlüsselwort zur Zahl 867, aus welcher die Punkte des Hod-Siegels berechnet werden, nach der Gematrie „Ha Tabnit“ התאבנית ist. Das Wort heißt Muster, Plan, Konstruktion oder Gebäude. Und so sagt David in 1 Chronik 28,19 als er seinem Sohn Salomo den Plan für den Tempel übermittelt zum Schluss:

    „Über dies alles, über alle Werke [Einzelheiten] dieses Musters hat Jahwe mich durch Schrift aus seiner Hand auf mir unterwiesen.“

    Das Wort „Werke“ kann hier mit Hilfe von „Einzelheiten“ verstanden werden, da gemeint ist „alles was zu tun ist“ um den Plan zu erfüllen.

    Winkelmaß und Zirkel

    Ich komme später noch extra auf einen Zirkel zu sprechen, der ebenfalls nach der selben Methode wie der rechte Winkel in die Genesis kodiert ist. Aber vorweg möchte ich hier noch etwas mehr zur allgemeinen Bedeutung beider im Hinblick auf deren Beziehung zueinander sagen.

    Der rechte Winkel hatte schon im alten China (mindestens ca. 200 v. Chr.) mystische Bedeutung, oft im Zusammenhang mit dem Zirkel. Während dort das Winkelmaß Pflichterfüllung und Rechtschaffenheit bedeutet und das Quadrat irdische Prinzipien darstellte, wurden letztere durch den Zirkel, der einen Kreis und damit das dortige Symbol des Himmels beschreibt, um himmlische Eigenschaften ergänzt.

    Bild: Fu Xi mit Winkelmaß und Zirkel

    Fu Xi, der 2800 v. Chr. gelebt haben soll, mit seiner Frau und dem Zirkel und dem Winkelmaß. Man beachte auch die verknüpften Punkte im Hintergrund.

    Fu Xi, der nach der Legende der Urahn der Chinesen ist, kann mit seiner Frau als Parallele zu Adam und Eva gesehen werden. Nicht im Bildausschnitt sichtbar sind die Drachenschlangen-Unterkörper der beiden Personen.

    Bei den Freimaurern steht der Zirkel für den individuellen Umfang in dessen Rahmen der Mensch bestimmte Regeln der Brüderlichkeit umsetzt, so dass er sich bei aller Sittlichkeit auch frei entfalten kann. Es ist z.B. einem Menschen gut, einem anderen zum Geburtstag zu gratulieren, er kann das aber nicht für jeden Menschen tun und muß seine Beziehungen unterschiedlich definieren. Der Mensch nutzt den Zirkel um sich von der strikten Anwendung bestimmter Regelen abzugrenzen. Die Feineinstellungen des Zirkels bestimmen z.B., wer zu einem Kreis bestimmter Personen gehört und wer nicht.

    Allgemein kann man sagen, dass das Winkelmaß erforderliche irdische Regeln beschreibt (was passiert wenn ..., was ist zu tun wenn ...) und der Zirkel die auflockernde geistige Freiheit, wie diese Regeln gesehen werden können, oder wie und wo sie anzuwenden sind. Daraus ergibt sich, bei Rücksicht auf das Notwendige und ordentlichem Gebrauch des Möglichen, das wahre und ganze Maß des Menschen. Denn der Mensch ist ursprünglich nach diesem Maß geformt und es ist seine Bestimmung so zu sein.

    Bild: Leonardos Mensch
    Leonardo da Vinci hat seine berühmte Skizze des Menschen nach einer Schrift des antiken Baumeisters Vitruvius (1. Jh. v. Chr.) angefertigt, in welcher Vitruvius die These äußert, der aufrecht stehende Mensch füge sich sowohl in die geometrische Form des Quadrates wie auch in die des Kreises ein.

    Mit den hier vorgestellten Bedeutungen der Symbole sind deren Möglichkeiten noch lange nicht ausgeschöpft. Sie sind natürlich unausschöpflich und vielfältig und außerdem letztendlich individuell. Im Grunde habe ich ihnen nur meine eigene Auffassung dargelegt und auch nur einen für mich objektiveren Teil davon.

    Es kommt überhaupt bei allen Symbolen darauf an, was jemand durch die Beschäftigung mit ihnen für sich persönlich daraus macht und welche Beziehungen er zu ihnen auf baut.

    Die Torakosmos-Symbole sind archetypisch, das heißt sie sind Urformen und es besteht intellektuell und emotional eine maßgebliche natürliche und angeborene Resonanz mit ihnen. Die Torakosmos-Symbole und ihre Ableitungen sind daher besonders essentiell und effektiv und der Mensch kann durch sie wegen ihrer Einfachkeit auf simpelste Art ein besseres Weltverstehen erhalten und sich auch selber besser einschätzen und definieren.

    7 - Netzach (Sieg) - Siegel der 678נצח

    Im Gegensatz zum vollkommen logischen Siegel des Merkur dreht es sich in diesem hier um Irrationalität, Intuition und Gefühl. Alle Punkte bis auf einen decken sich mit Sternen im Asterismus (heißt Teil eines Sternbildes) „großer Wagen“ oder liegen auf dessen üblichen Verbindungslinien. Aber der eine Punkt liegt sprichwörtlich „total daneben“, ist ver-rückt.

    Bild: Der Große Wagen

    Der „große Wagen“ Asterismus ist neben dem Orion-Sternbild die bekannteste und für uns am besten sichtbare Anordnungen von Sternen. Schon die Sumerer sahen 3000 Jahre v. Chr. in ihren sieben Sternen (einer befindet sich links außerhalb des Photos) einen Wagen.

    Das Siegel um das es hier geht wird nach der Hitomi-Methode aus der Zahl 678 berechnet und das gematrische Schlüsselwort dazu ist Merkaba מרכבתיו in Exodus 14,25. Es bedeutet Streit- oder Siegeswagen. Diese übersetzung ist etwas irrational, steht das Wort dort doch in einer anderen grammatikalischen Form, die eher als „seine/ihre Streitwagen“ gelesen werden muß.

    In unseren Breitengraden derzeit, aber auch damals für die Sumerer, Ägypter und Skandinavier, sinken/sanken die Sterne des große Wagens über das Jahr hinweg niemals unter den Horizont. Man nennt sie daher Zirkumpolarsterne. Die meisten anderen Sterne werden und vergehen sprichwörtlich, aber der große Wagen ist der am besten sichtbares Asterismus der immer über dem Horizont steht, bzw. er wandert oder „fährt“ das ganze Jahr über jede Nacht durchgehend sichtbar um den Himmelsnordpol herum.

    Man kann sagen, dass der große Wagen über den Zyklus vom Werden und Vergehen triumphiert oder siegt. Und daher ist der Große Wagen das Siegel des kabbalistischen Netzach, was Sieg bedeutet, aber auch Ewigkeit im Sinne von sich endlos drehen.

    Im alten Ägypten war der Asterismus den wir heute Wagen nennen bekannt als das Bein eines Stieres, und er ist der einzige zirkumpolare Asterismus den man bisher von den alten Ägyptern sicher kennt. Er hatte mit Seth zu tun, der die Leiter hielt, über welche die Seelen der Toten zum Himmel auf stiegen und zu den übrigen Zirkumpolarsternen wurden. Diese übrigen Sterne gehörten zwar zu keiner Anordnung, aber gehen ebenso wie der Große Wagen nie unter, so dass die Seelen in ihnen dauernden Bestand haben. Heute bezeichnen wir Wagen die wie der große aussehen als Leiterwagen.

    In der nordischen Mythologie gehörte ein Wagen der Göttin Freya und wurde von zwei Katzen gezogen. Freya, sie ähnelt von ihrer Bedeutung her unserer Venus, wird von Kabbalisten der siebten Sefira Netzach zugeordnet. Und heute sehen wir auf der siebten Tarotkarte der populärsten Edition (Rider-Waite), die den Titel „Der Wagen“ trägt, dass dort ein Wagen von zwei Sphinxen gezogen wird. Das sind Wesen mit Menschenköpfen und Löwenkörpern (Großkatzen).

    Ein ultimatives Gefährt taucht in der Esoterik als Merkaba und im Sanskrit als Vimana auf. In der Bibel erscheint es auch als der fliegende Thron in Hesekiels Vision. Manche halten es für ein vorgeschichtliches Himmelsfahrzeug oder gar Ufo, andere für den „Astralkörper“ des Menschen (von lat. Astra: Sterne) und sicher noch für viel mehr.

    Lassen Sie mich dem eine Phantasie hinzufügen: Die alten Schriften malen damit den Tempel des Selbst mit all seinen Gaben und Fähigkeiten aus. Bezogen auf den Körper und die Persönlichkeit, aber auch Bewußtsein und weitere „feine“ Bestandteile und Baustoffe beinhaltend.

    All dieses soll laut Bibel in Ewigkeit bestehen, wenn, ja wenn, der Mensch ins Paradies kommt, vorbei an den Kerubim, den geflügelten Wesen, die es Bewachen. So ist das Wort hinter dem gelben Punkt nahe der Mitte des Siegels (wo im Paradies der Baum des Lebens steht) „Kerubim“ את־הכרבים.

    Wir bewegen uns da mit einem Bein im Land jenseits der materiellen Welt, oder auch in Phantasien, wenn Ihnen das lieber ist. Durch schöne und kraftvolle selbsterschaffene Zielvorstellungen werden Sie gekonnt dorthin verführt. So ist Kreativität die Domäne der Göttin Venus, der Lockvogel unter den Göttern. Sie repräsentiert das, was man anziehend und begeisternd findet. Und das ist die Idee des Siegens.

    Im Punkt/Stern, der im Siegelbild ver-rückt ist, sah man in der ursprünglichen griechischen Mythologie einen Apfel, der ewiges Leben gibt. Und das ewige Leben ist der ultimative Sieg.

    6 - Tiphareth (Schönheit) - Siegel der 666 תפארת

    Die 666 dürfte die prominenteste Zahl der Bibel sein. Sie wird oft und gerne mit dem Satan oder dem Bösen in Verbindung gebracht. Aber stimmt das auch und ist das ihre einzig mögliche Beziehung? In der Bibel heißt es in ihrem letzten Buch, der Offenbarung in Vers 13,18:

    „Hier ist Weisheit. Wer Verstand hat, der berechne die Zahl des Tieres. Es ist eines Menschen Zahl und die Zahl ist 666.“

    Im Hebräischen haben wir „Jahwe ist Sonne“ יהוה שמש (Jahwe Schamasch, Psalm 84,11) und das ist nach der Gematrie, der hebräischen Buchstaben-Zahlen Beziehung, auch eine 666. Ist die Sonne böse?

    Noch eins: Hebräisch Maschiach משיח und Jeschua ישוע addiert ergeben den verborgenen Wert 666.

    Im Kontext des Siegels der 666 ist die Sonne der Sohn der Mächte Binah und Chesed, die im römischen Götterkreis als Saturn und Jupiter auftauchen. Saturn ist die materielle Mutter und Jupiter der geistige Vater. Wenn diese beiden sich im Himmel begegnen, zeugen sie sprichwörtlich die Sonne als den Sohn.

    Das Siegel der Sonne errechnet sich aus der Zahl 666 (Hitomi-Methode) und ist ein fast gleichseitiges Dreieck, dessen drei Innenwinkel in den Spitzen durchschnittlich um ein wenig größer sind als 60 Grad. Ich betone fast, weil es so den natürlichen Jupiter-Saturn Begegnungszyklus darstellt. Darin treffen sich diese beiden Planeten in einer von drei möglichen Himmelsrichtungen, aber dort eben nicht immer an ganz der selben Stelle, sondern immer um ein paar Grad weiter versetzt.

    Bild: Dreieck

    So kommt einer diese Begegnungspunkte wieder nach etwa 60 Jahren um etwa 9 Grad weiter östlich versetzt zustande. In perfekter Weise ist dieses in dem Siegel der 666 dargestellt, mit dem Beobachter in der Mitte. Auch Kepler hat einst diesen Zyklus so abgebildet.

    Bild: Kepler Trigon
    Kepler berechnete seinerzeit einige Jupter-Saturn Begegnungen voraus. Das Ergebnis ist nicht ganz stimmig.

    Da die Spitzen des „Dreiecks“ wegen ihrer Versetztheit nach und nach gegen den Urzeigersinn wandern, dreht sich die ganze Form langsam. Dabei zeigen ihre Spitzen idealerweise immer auf jene drei Tierkreiszeichen, die zum selben alchemistischen Element gehören: Feuer, Wasser, Luft und Erde. So kommen die Symbole dieser Elemente zu Stande, die nämlich Dreiecke sind.

    Wenn sich das annähernd gleichseitige Dreieck um 180 Grad gedreht hat (eigentlich auch schon bei 60), wird daraus das sechszackige Siegel Salomos ersichtlich, auch bekannt als der Davidstern.

    Bild: Siegel Salomos
    Im Siegel Salomos ist vieles sechsfach: Sechs Spitzen, sechs kleine Dreiecke, sechs Innenseiten, sechs Schnittpunkte ...

    Sechseck heißt auf hebräisch Meschuschah מששה, woraus durch eine Umstellung der Buchstaben Die Sonne (Ha Schamasch) השמש werden kann. Freilich weisen beide Worte in der Gematrie auch den selben Zahlwert auf.

    Der Davidstern wird hebräisch Magen David genannt, das heißt Schild Davids. Dazu Psalm 84,11:

    „Denn Jahwe Gott ist Sonne und Schild. Gnade und Herrlichkeit wird Jahwe geben, kein Gutes vorenthalten denen, die in Lauterkeit wandeln.“

    Der große rote Punkt an der oberen Spitze des Siegels (Zahlwert 666) liegt im Vers 1480. Das wiederum ist nach der Isopsephie (griechische Gematrie) die Zahl von Christos Χριστός, während in der modernen hermetischen Kabbala das sog. „Christusbewusstsein“ einen direkten Bezug zur Sonne hat. Und dass Jesus ein Sonnengott sein soll, oder durch die Sonne symbolisiert würde, finden Sie in vielen Quellen, teils auch in christlichen. Maleachi 3,20 (Elberfelder Bibel) im Alten Testament:

    „Aber euch, die ihr meinen Namen fürchtet, wird die Sonne der Gerechtigkeit aufgehen, und Heilung ist unter ihren Flügeln ...“

    Ist natürlich Interpretationssache.

    5 - Gevurah (Stärke) - Siegel der 366גבורה

    Hier haben wir ganz offensichtlich das strukturell eindrucksvollste der Muster. Um es erkennen zu können, muss das optische Mittelmaß für die Linien zwischen den scheinbar chaotisch verteilten Punkten gewählt werden. So vermittelt es schon bei oberflächlicher Betrachtung Schönheit und Ordnung, aber auch Komplexität und Perfektion. Das sind alles Eigenschaften, die von den Pythagoreern auch der Natur zugeschrieben wurden.

    Bild: Hitomi 366

    Die Natürlichkeit des Symbols wird besonders deutlich, wenn wir die offensichtliche Grundform (weiße Linien im Bild oben) nach esthätischen Gesichtspunkten fortsetzen (Bild unten). Dann erhalten wir nämlich die Maße für die goldene Spirale, welche die körperlichen und geistigen Evolutionen verbildlicht. Wir erhalten auch ein sogenanntes Fraktal. Das heißt, die Struktur der Form im Kleinen und im Großen gleicht sich, kurzgesagt, sie ist selbstähnlich. Dieses Prinzip können Sie überall in der Natur beobachten.

    Und Naturgesetze sind im Gegensatz zu den Menschengesetzen von Hod universell. Sie können egal wie und aus welcher Perspektive auf die Naturgesetze schauen, sie bleiben immer die selben und Sie können sie nicht ändern.

    Bild: Goldene Spirale

    Die Natur ist schön, aber hat auch un-nette Seiten. Der im Siegel sichtbare Blitz symbolisiert daher nicht nur Kraft und Energie, sondern kündigt auch Zerstörung an. Er spaltet die Form in Teile auf.

    Bestimmte Naturphenomene sind und waren für den Menschen noch bis in die heutige Zeit hinein furchteinflößend, so z. B. Sonnen- oder Mondfinsternisse und vor allem auch Gewitter. So ist ein Titel des kabbalistischen Gevurah, das durch dieses Siegel dargfestellt ist, „Pachad“, was (Ehr)Furcht bedeutet.

    In Glaubenssystemen oder Mythologien bezieht sich Gevurah auf Götter wie z. B. den Donnerwettergott Thor oder den griechische Ares, der im Grunde der römische Mars ist. Letztere beiden sind in erster Linie Götter des Kaputtmachens.

    Dennoch kommt ihnen in der Tiefe ihrer Bedeutungen, und vor allem dem kabbalistischen Gevurah auch ein konstruktiver Aspekt zu. Und das ist das Prinzip der Auflösung von alten Strukturen die überflüssig geworden sind.

    Auf der Ebene des Denkens und Handelns des Menschen sind dieses ausgetretene oder ungünstige Verhaltensweisen, die nicht länger zu seinem Charakter passen oder die einfach nicht gut sind. Dass der Mensch versucht, sich seine Umwelt passend zu machen, das kennen wir schon aus frühester Vorzeit. Aber an sich selber, da scheitert er für gewöhnlich. Das liegt daran, dass seine Motive hinter dem Schleier seiner Systeme verborgen sind.

    Gevura vernichtet auf natürliche Weise die Illusion (den Irrtum), dass die Systeme die wir haben die nackte Realität darstellen. Die Realität ist nämlich eine andere. Der Plan, das System, oder die Landkarte sind nicht das Gebiet. Und das betrifft vor allem die Sefira Hod, den Logos, da es hier um fehlerhafte Denkweisen und falsche intellektuelle Konzepte geht. Gemeint sind auch veraltete vom Menschen aufgestellte Regeln die bestimmen was gut und was böse ist.

    All dieses ist im sogenannten „Ich“ verwurzelt. Entgegen der oft anzutreffenden Annahme, dieses „Ich“ müsse zur spirituellen Evolution abgelegt oder vernichtet werden, ist das was wirklich „sterben“ muss schlicht und ergreifend „nur“ die Unkenntnis, dass das „Ich“ zwar eine mögliche Vorstellung von der Realität ist, aber nie die Wirklichkeit an sich. Der aufzulösende Sachverhalt ist nur der, dass sich der Mensch mit dem Abbild identifiziert, anstelle der Einsicht, dass das Abbild zwar nützlich zur Orientierung ist, aber nicht das Original selbst verkörpert.

    Für die ursprüngliche Natur hinter den Abbildern gibt es kein richtig und kein falsch. Für sie ist etwas weder gut noch böse. Naturgewalten präsentieren uns stets nackte Tatsachen und konfrontieren uns mit unabänderlichen Gegebenheiten. Gevura bedeutet Macht und Kraft, und ein weiterer Titel von Gevura lautet Din, das heißt Strenge oder Gesetz, und zwar das unfehlbare. Es kann eben hart sein wie ein Hagelschauer, oder auch milde wie eine leichte Brise. Dabei ist es aber immer kompromisslos und so wie es ist.

    Über einen Kontrast dazu, den man Nachgiebigkeit, Gnade, Verzeihung und Vergebung u. ä. nennen kann, lernen wir nacher noch beim Siegel 231. Dort haben wir es symbolisch mit einem Zirkel zu tun, der analog zum Ausmaß der Nachgiebigkeit bis zu einem gewissen Grad aufgeklappt werden kann.

    Wegen der unbefangenen Direktheit von Gevura lautet das Schlüsselwort mit dem gematrischen Wert 366 welcher das Gevura-Symbol bildet: „nackt“ ערומים. Und zwar erstmals vorkommend in Genesis 2,25:

    „Und sie waren beide nackt, der Mensch und sein Weib, und sie schämten sich nicht.“

    Nacktheit steht hier für das ursprüngliche, natürliche, für klare Motive die den abstrakten Konzepten des Menschen voraus gegangen sind. Sie steht für den klaren „inneren“ Sternenhimmel und für Meditation als genaues Hinsehen.

    Die Daten für das Siegel erstrecken sich über die ganze hebräische Genesis, wobei jeder der Punkte ein Wort ist, das nach der hebräischen Buchstaben-Zahlen Beziehung den Wert 366 hat. Und im Vers 366 der Genesis, wenn man alle Verse von Anfang bis dorthin aufsteigend durchzählt, erscheint mit dem Wert 663 das Wort „Die Sterne“, hebräisch הכוכבים „HaKochavim“. 663 ist eine Umkehrung von 366.

    Bild: Sterne

    Wie Sie im Bild oben sehen können, lassen sich in dem Fraktal wunderbar verschachtelte Sterne so ein zeichnen, dass der Goldene Schnitt (Phi) aller Seitenverhätnisse in jedem Fall bewahrt bleibt. Bei genauem Hinsehen bemerken Sie auch, dass sich die Sterne mit jedem Größenschritt umkehren.

    „Kochav“ (Stern) ist auch der hebräische Name des Planeten Merkur, den die Kabbala zu Hod ordnet (logisches Denken). Und das ist der Schlüssel zur Erlösung von falschen Vorstellungen. Es gibt immer eine Alternative und den „Stern“ zu umzudrehen bedeutet eine völlige Kehrtwendung im Denken, nämlich das Loslassen von der unsichtbaren Überzeugung, dass das „Ich“ die Wirklichkeit sei. Dass das Gegenteil der Fall ist, muss man konsequent in Erwägung ziehen.

    Wenn Sie einen (problematischen) Sachverhalt von der ganz anderen Seite betrachten, z.B. Gutes im Schlechten sehen und Schlechtes im Guten, wird sich dessen Bedeutung für Sie auflösen und Sie werden ihn so sehen, wie er wirklich ist. Der Sache auf den Grund gehen, sagt man. Und wenn Sie sich selbst so anschauen, werden sich Ihre Schleier verflüchtigen und Sie werden Ihr „Ich“ sehen. Und wenn Sie es sehen, werden Sie Ihre Motive und Muster erkennen, die wiederum einen Sachverhalt darstellen. So können Sie Ihre Evolution voran bringen.

    Der Pfad im Baum des Lebens übrigens, der Gevura mit Hod verbindet, wird im Tarot durch die Karte „Der Hängende Mann“ dargestellt. Er hängt mit dem Kopf nach unten.

    4 - Chesed (Gnade) - Siegel der 231חסד

    Hier ist großes Verstehen gefragt. Denn dieses Siegel hat es in sich. Bitte sehen Sie genau und nacheinander auf die vier Bilder unten. Diese Bilder zeigen, welche Evolution mein Verständis des Siegels gemacht hat. Denn auf den ersten Augenblick deuteten seine Punkte (links oben) für mich nur einen Zirkel an (rechts oben). Dann (Jahre später!) kam ich aber auf die Idee wie mit einem Zirkel Kreise in das Siegel durch dessen Punkte ein zu zeichnen (rot, links unten). Und ich sah auch, dass der Mittelpunkt des Siegels auf einer Linie mit den beiden linken Punkten liegt (Bild rechts unten).

    Bild: Herleitung

    Ich vernahm die Kreise (rot) als Planetenbahnen und den Mittelpunkt derer als die Sonne. Der Mittelpunkt des ganzen Bildes sollte jedoch die Erde sein, dachte ich, so dass die beiden äußeren Planeten-Punkte von dort aus gesehen in Begegnung stehen.

    Die natürlich Reihenfolge der Planeten ab der Umlaufbahn der Erde ist: Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. So konnte ich abzählen, dass die beiden in Begegnung stehenden Planeten Jupiter und Saturn sein müssten.

    Bild: Konjunktion

    Als ich noch „nur“ einen Zirkel in diesem Siegel sah, hatte ich schon eine Rechenmethode erarbeitet, die eine Verbindung zwischen jedem Punkt im Bild und einem Jahr um die Zeitenwende herum herstellt. Danach lag der Scheitelpunkt des Zirkels, jetzt der Sonne-Punkt, im Jahr 7 v. Chr.

    Mir war bekannt, dass es im Jahr 7 v. Chr. eine Jupiter-Saturn Begegenung am Himmel gegeben hat, die viele auf den Stern von Bethlehem beziehen, welcher nach biblischem Bericht die Geburt des Jesus angekündingt haben soll. Und da ich mich mit meiner Dekodierung schließlich in der Bibel bewege, war mein erster Gedanke, dass dieses Siegelbild genau zu dieser Begegnung passen könnte. Ich verglich die Positionsdaten von Jupiter, Saturn und Sonne und sah, es passte wirklich.

    Jupiter-Saturn Begegnungen treten zwar etwa alle 20 Jahre auf, aber diese eine ist die mittlere einer dreifachen (eine „größte Konjunktion“) und mit ihren genauen Positionen für Jupiter, Saturn und Sonne gibt es diese in tausenden von Jahren nur einmal.

    Doch Achtung: der Mars-Punkt tanzt hier aus der Reihe und da ist noch ein zweiter Jupiter-Punkt! Das hat aber einen guten Grund, denn damit wird markiert, dass Jupiter für den Bogen mit dem roten Pfeil genausolange braucht, wie Mars für eine ganze Runde um die Sonne.

    Dass die Sonne im Mittelpunkt der Bahnen steht, bedeutet, dass die Ersteller dieses Siegels ein Weltbild hatten oder kannten, in dem das so ist. Nach gängiger Meinung der Historiker wurde ein solches erstmals von Aristrarch von Samos im 3. Jh. v. Chr. erwogen, der da durch Überlegungen des Philolaos, einem Pythagoräer beeinflusst gewesen sein soll.

    Als Nikolaus Kopernikus das heliozentrische Weltbild im 16. Jh. für uns heute (wieder?)entdeckte, fertigte er eine Zeichnung an, in der die Planetenbahnen in ähnlichen nach außen hin wachsenden idealisierten Abständen wie in unserem Siegel hier verlaufen.

    Bild: Kopernikanisches Weltbild

    Die Ähnlichkeiten kommen wohl durch das Harmonieempfinden des Erstellers zu Stande. Die Bahnen der Planeten stehen im Hitomi-Muster aus der Zahl 231 (das schwarze Bild oben, nicht das Bild von Kopernikus) nicht wie in Wirklichkeit zueinander, sondern im Verhältnis des goldenen Schnittes. Außerdem sind die Bahnen in echt Ellipsen und keine Kreise. Für die Darstellung im Siegel wurde die Wirklichkeit also rationalisiert, systematisiert und schematisiert, um nicht zu sagen beschönigt.

    Deutung

    In diesem Vehalten können wir die Funktionsweise des Verstandes als großen Ordner der Dinge erkennen. Der Mensch versucht, sich seine Umwelt begreifbar zu machen, in dem er sie abstrahiert, vom komplexen ins Einfache umwandelt. Dieses Verstehen bleibt aber immer nur Theorie.

    Selbst höchste mathematische Gleichungen, mit denen versucht wird, die Natur „exakt“ zu beschreiben, sind im Grunde Vereinfachungen und scheitern letztlich an physikalischen Ungenauigkeiten.

    Über mangelnde Perfektion hinweg zu sehen bedeutet Gütigkeit, und das ist die Übersetzung von „Chesed“, dem Kabbalistischen Namen der Sefira welche von diesem Siegel der 231 dargestellt ist.

    Ein echter Wissenschaftler begnügt sich aber nicht mit falscher Vollkommenheit, sondern versucht immer wieder aus einer mehr oder weniger bewussten Unzufriedenheit heraus seine eigenen Theorien um zu schmeißen (oder die der Anderen) um mehr über die tatsächliche Wirklichkeit zu erfahren. Damit wirkt er die Kraft des Siegels des Mars, die er als innerer Antrieb zum Fortschritt nutzt und durch welche er die Kraft der Güte ausgleicht.

    Im Güte-Siegel hier befinden sich der auflösende Mars und der ordnende, gütige Jupiter symbolisch im Einklang. Gütig ist er, und allmächtig. Der Obergott, das Ideal. Bei den alten Griechen ist das Zeus, die Entsprechung zum römischen Jupiter. Das Word „Zeus“ leitet sich von der selben Wurzel ab, wie „Deus“, das lateinische Wort für „Gott“.

    Nun muss man diesem Gott aber etwas gegenüber stellen, da seine Größe sonst wuchert. In streng dualistischen Weltanschauungen wird dieses Gegenüber aber gerne nicht als Ausgleich verstanden, sondern als Widersacher, ja sogar als das Böse schlechthin.

    Das ist hier natürlich ungünstig. Mars und Jupiter müssen jetzt zusammen arbeiten.

    Ein weiterer Name für Jupiter ist daher Elicius: der Lenker der Blitze. Das heißt, dass die zerstörende Marskraft durch den Verstand konstruktiv eingesetzt werden kann, vereinfacht und symbolisch gesprochen z. B. wenn man etwas mal geschickt „auseinandernehmen“ muss, mitunter um es zu verstehen.

    Zur Zahl 231: Im Sefer Jetzira, dem kabbalistischen Buch der Schöpfung, ist von der Kombination aller 22 hebräischer Buchstaben mit allen 22 hebräischen Buchtaben die Rede, außer von jedem Buchstaben mit sich selbst. So erhält man 231 mögliche Kombinationen.

    Und so schöpft der Verstand neue Ideen: Er kombiniert Alles mit Allem. Doch nur der bewusste Verstand, also nur der Denker der seine Kombinationsgabe bewusst handhabt, sucht sich dabei jene Möglichkeiten heraus, die sinnvoll weil zielführend sind, und verwirft die anderen durch Einsatz der Marskraft.

    So entsteht eine ordentliche und saubere nachvollziehbare Struktur, weshalb das Wort welches den Sonne-Punkt bildet „und reinigt euch“ והטהרו in Genesis 25,2 ist:

    „Da sprach Jakob zu seinem Hause und zu allen, die bei ihm waren: Tut die fremden Götter hinweg, die in eurer Mitte sind, und reiniget euch und wechselt eure Kleider.“

    Die fremden Götter sind im Bezug zur hier geführten Betrachtung des Jupitersiegels jetzt einfach mal Ideenkombinationen, die nicht in die „höhere“ Ordnung der Nachvollziehbarkeit passen, wobei die Mitte des Hauses dazu als innerer mentaler Aufmerksamkeitsfokus gesehen werden kann. Die Kleider schließlich sind dann die Worte in welche man seine Nachvollziehbarkeiten kleidet um sie zu stabilisieren und mitteilbar zu machen.

    Die Kleider/Worte sind das „Ich“. Man kann sie auch das Welt-Bild nennen. Das ist ein Plan von der Welt, aber nicht die Welt selbst. Diese Kleider oder das Ich sind nicht dauerhaft ablegbar (der Tod). Sie sind ein nötiger Bestandteil des Wahrnehmugsapparates. Selbst ein Baby hat diesen ganzen Apparat, auch wenn sein Weltbild noch unbefleckt rein ist. Aber es ist schon da als Grundmuster. Daher funktionieren die Archetypen (Schlange) schon im Paradies des noch unbewussten Seins. Das Wechseln der Perspektive ist eine Verstandesleistung. Daher die 231 als Sinnbild für die Kombinatorik um etwas neues zu formen.

    3 - Binah (Verstehen) - Siegel der 656בינה

    Dieses Bild zeigt mir ganz klar den Orion mit den beiden Hundssternen Procyon und Sirius. Die helleren Sterne sind dabei durch rote Punkte dargestellt, und die nicht so hellen Sterne durch orange. Und auch wenn es auf den ersten Blick so aus sieht, als würden die Gürtelsterne fehlen, sind sie schon da, nur verkleinert und auf den Kopf gestellt.

    picture: orion

    Sie können dies im Bildberechnungsprogramm sehen, wenn Sie sich Bild 656 anzeigen lassen und dort mit der rechten Maustaste auf den Zoombutton klicken. Der Orion im Siegel ist gestaucht. Das hat vielleicht den Grund, dass er sonst mit den beiden Hundssternen nicht reingepasst hätte. Nicht so, dass seine Mitte auch in der Mitte des Siegels liegt.

    Was aber wirklich fehlt, ist der Punkt, welcher in der Pyramiden-Orion Theorie die große Pyramide von Gizeh darstellen würde. Dafür sehe ich keinen Grund.

    Spekulationen

    Der Sirius-Punkt liegt hier in Vers 1444. Kennen Sie den Sothis-Zyklus? Das ist die Zeitspanne zwischen zwei im gleichen Maße kurz vor Sonnenaufgang sattfindenden Aufgängen des Sirius am gleichen Tag des altägyptischen Jahres. Aber schon viel früher: Dieser Zyklus dauerte um das Jahr 3000 v. Chr. herum am Äquator der Erde 1444 unserer Jahre. 3000 v. Chr. ist die Zeit in der nach heutigem Kenntnisstand die erste Hochkultur, die der Sumerer in Mesopotamien aufblühte.

    Man bemerke auch, dass die Gürtelsterne des Orion zwar nicht auf, aber direkt am Himmelsäquator liegen, also bei jener Linie, die man erhält, würde man den Äquator der Erde auf dem Himmel erweitern.

    Diejenigen Punkte im Bild, die das „Schwert“ am Oriongürtel bilden, sind sechs. Und sie sind jeder das Wort „Schischim“, das heißt Sechzig. 6 x 60 sind 360, der volle Umfang eines Kreises. Sollte sich die 1444 tatsächlich auf den Äquator (Gürtel der Erde) beziehen, so könnte das auch hier nochmal angedeutet sein.

    Der Maschiach

    656 erhält man, wenn man die Zahlwerte der griechischen Buchstaben des Wortes Μεσσιας (Messias) addiert. Messias heißt Gesalbter, der von Gott zu etwas erwählte und bestimmte Mensch. Messias beruht auf dem hebräischen Maschiach, der im hebräischen Teil der Bibel (Altes Testament) nie in Verbindung mit endzeitlichen Heilserwartungen genannt wird. Es gibt dort auch mehrere in Verbindung mit Maschiach genannte Personen.

    Der Orion ist die Silhouette einer Person. Hebräisch nennt man den Orion Kessil כסיל, das heißt Narr. Im Tarot ist der Narr die Null, die Leere, die vor dem Beginn jeder konkreten Schöpfung steht. Die Null steht über den Welten als Adam Kadmon aus reinem Licht, dem Menschen wie er ursprünglich war und auch eigentlich gedacht ist. Adam Kadmon erscheint konkret aber erstmals in Binah, denn Binah ist die erste sichtbare Urform vor jeder anderen Form. Adam Kadmon ist das wozu der Mensch bestimmt ist, das „große Vorbild“.

    Maschiach hat den vollen Wert (Mispar Schemi) 888. Das wiederum ist nach griechischer Isopsephie auch der Wert des Namens Ιησους Jesus. Der Name bedeutet „Gott rettet“.

    2 - Chokmah (Weisheit) - Siegel der 971חכמה

    Chokmah ist die zweite Stufe des Schöpfungsprozesses direkt nach dem „Tzimtzum“, des Sich-selbst-zurück-ziehens des Schöpfers zur Schaffung eines ersten Leerraumes im unendlichen Licht das er ist. Der Leeraum soll nach dem Tzimtzum die Welten und Sefirot in Form von verschachtelten Gefäßen (wie bei einer Zwiebel) aufnehmen, die durch das Hineinscheinen eines Strahles des Lichtes in den Leerraum geschaffen werden. Die Gefäße werden als konzentrische Kreise dargestellt und der Lichtstrahl als Linie.

    Bild: Gefäße

    Kreis und Linie sind die kabbalistischen Symbole für das erste Schöpfungsgeschehen, weswegen auch das Symbol des Baumes des Lebens aus Kreisen und Linien besteht. Die gerade Linie קו ישר, hat den Wert 616, was addiert zu Sefira ספירה mit dem Wert 355 die Zahl 971 ergibt. Aus letzterer errechnet sich das Symbol für Chokmah (siehe farbiges Bild weiter unten), und man kann den Baum des Lebens wunderbar harmonisch in die beiden orangefarbenen Kreise darin hineinkonstruieren.

    Die 971 erhält man auch, wenn man zu Sefira ספירה statt der geraden Linie קו ישר das Wort Ha Tora „das Gesetz“ התורה (Lev. 7,37) oder „Schwerter“ חרבות addiert. Denn der Strahl des Lichtes erscheint in der Kabbala auch als flammendes Schwert, welches das kosmische Gesetz Sefira für Sefira durch den Baum des Lebens herab in die Welten bringt, von „Gott“ אלהים durch „die Himmel“ השמים auf „die Erde“ הארץ.

    Bild: Schwert

    Diese drei Worte stehen so schon in ersten Vers der Tora und summieren sich zu 777, was auch die Summe der Pfadbuchstaben ist, welche vom flammenden Schwert auf seinem Weg hinab zur Erde durchflossen werden: Alef א, Dalet ד, Gimel ג, Tet ט, Lamed ל, Nun נ, Peh פ, Resch ר und Tav ת sind das. Und 7 ist der Wert des Buchstaben Zain ז, was auch Schwert heißt. In den bunten Kreisen im Bild unten sehen wir das Grundgerüst für den Baum des Lebens. Die drei roten Punkte nahe der Mitte (im Bild unten) sind alle drei der Name „Lamech“ (heißt: mächtig) und Lamech wurde 777 Jahre alt.

    Der Lichtstrahl im Bild unten ist ein Maßstab, oder eine Messlatte. Aber nicht für räumliche Entfernungen, sondern für bestimmte Zyklen der Zeit. Ein erster Ahnhaltspunkt dafür ist dieser: 971 ist auch die Summe der Werte von Jahr (Schanah, שנה) und Tag (Jom, יום). Diese Worte haben, wie auch schon zuvor Sefira und Ha Tora die Werte 355 und 616.

    Ein Jahr und ein Tag sind 366 Tage, ein Schaltjahr. Das verweist uns auf das Siegel der 366 und genau wie da, müssen wir zur Erkenntnis des Sinnes des Symbols auch hier die Verse in der Methode der Bildberechnung um eine Speiche vorwärst schalten, so dass Vers 1 auf Speiche 2 liegt usw. (siehe Technik).

    Bild: Hitomi 971

    Wenn wir das tun, liegen die drei Punkte entlang der radialen Linie auf den Speichen 99, 99 und 100.

    Zweimal 99 sind 198. Das ist der volle Wert (Mispar Schemi) von Kav קו, das heißt Linie. Und 100 ist der Kehrwert (Atbasch) von Chalal חלל, dem Leerraum der durch den Tzimtzum geschaffen wird und in den die Linie [des Lichtes] Kav schöpferisch hinein scheint. Es wird der Kehrwert verwendet, weil der bergenzte Leeraum eine Umkehr des unendlichen Lichtes vor der Schöpfung ist.

    100 ist auch der Wert und der Kehrwert Wert der Gefäße Kelim כלים (dargestellt durch die konzentrischen Kreise), die im Leerraum Chalal geschaffen werden, denn die Schöpfung findet in konzentrischen Sphärenschichten durch das Licht von außen nach innen statt und wendet dann, um durch den Baum des Lebens auf zu steigen.

    Die Zahlen 99, 99 und 100 tauchen zusammen im Kapitel 17 der Genesis auf, und nur dort. In diesem Kapitel wird zweimal das Alter von Abraham als 99 Jahre genannt, und einmal als voraussichtlich 100 Jahre.

    Diese Altersangaben sind auch als Mondphasenzyklen zu verstehen. Denn multiplizieren wir zweimal 99 mit dem Mondphasenzyklus von 29,530589 Tagen, so erhalten wir 5847, die Gesamtzahl der Verse einer Tora, z. B. Koren Version.

    Andere Toraversionen können, bedingt durch eine geringfügig abweichende Verstrennung, bis zu einer Hand voll Versen mehr oder weniger haben. Das macht aber nichts, weil wenn hier tatsächlich ein Planetenzyklus gemeint ist, dann ist es ein besonderer, nämlich zweimal der sog. Oktaeteris, in dem die Mondzyklen mit den Zyklen der Venus und dem Zyklus des Erdenjahres übereinstimmen. Dabei weichen diese Zyklen wie immer in der Astronomie alle geringfügig voneinander ab, so wie auch die Verszahl der Tora. Welche „richtig“ ist, kommt darauf an, an welchem einzelnen Zyklus man sie fest machen will.

    Der doppelte Oktaeteris beinhaltet folgende Planetenzyklen in Tagen:

    Am korrektesten für das Versmaß der Tora wären demnach 5844 oder 5847 Verse, denn das geht auf.

    Die Verwendung des Oktaeteris als kalendarischer Maßstab ist schon seit 800 v. Chr. bekannt, denn er ist sowohl der am besten mit bloßem Auge beobachtbare Zyklus, als auch der einzigste seiner Art. Und weil der einfache Oktaeteris keine runde Zahl an Tagen für den Mondphasenzyklus misst, wird wohl desshalb in der Tora der doppelte statt dem einfachen angewendet.

    Wir sehen also, dass die Linie קו der Tora entspricht. Rechnen wir T-V-R-H (Tora; תורה) als 611 und addieren 360 (Grad) für einen Kreis, erhalten wir wieder die 971, die Zahl aus welcher das Torakosmos-Chokmah-Symbol der Linie im Kreis geschaffen wird.

    Bild: Zyklen in Kapitel 17

    Passend zum Alter des Abraham von 99 Jahren, ist ebenfalls im Kapitel 17 der Genesis das Alter seines ersten Sohnes Ismael mit 13 Jahren angegeben. Das passt zur Tatsache, dass 99 Mondphasen etwa 13 Venusjahren entsprechen.

    Ein weiterer Hinweis auf Planetenzyklen in der Tora findet sich direkt im ersten Vers des Kapitels 17. Das ist nämlich der Vers Nummer 399. Und während diese Zahl rund dem synodischen Zyklus des Jupiter Denken Sie sich die Planetenbahnen um die Sonne herum. Denken Sie sich, die Erde und ein anderer Planet, zB der Jupiter, stehen auf einer Linie von der Sonne aus gesehen. Beide Planeten kreisen um die Sonne, wobei die Erde schneller ist und dem Jupiter voraus eilt. Der Synodische Zyklus des Jupiters ist die Dauer innerhalb welcher die Erde wieder mit dem Jupiter aufschließt, so dass beide wieder auf einer Linie von der Sonne aus gesehen stehen. Dazu macht zunächst die Erde eine Runde um die Sonne, was ein Jahr dauert, wobei aber der Jupiter dann auch schon weitergewandert ist. Bis die schnellere Erde den Jupiter wieder erreicht hat, vergehen noch ein paar Tage. von 398,88 Tagen entspricht, findet sich in diesem Vers auch das 4333ste Wort der Tora. 4333 ist die Zahl der Tage von Jahren auf dem Jupiter. Und das Wort ist: „Jahre“.

    399 kann hierbei auch als der volle Wert von Igulim עגולים aufgefasst werden. Igulim heißt Kreise.

    Bild: Babylonische Kreise
    Darstellung des babylonischen Gottes Marduk, dem Wandelstern Jupiter, mit einer Reihe von Kreisen. - babylonisches Rollsiegel

    Da 971 die Summe der Werte von Jahr und Tag ist, kann die Zahl der Verse der Tora vielleicht auch als Jahre verstanden werden. Es ergäbe sich noch ein weiterer Zyklus, diesmal in Jahren gerechnet:

    Schlussendlich ist 971 außerdem der Wert von Schem Ha Meforasch שם המפורש (End-Mem als 40). Das Wort bedeutet „der voll ausgeführte Name“ und bezieht sich auf Gott. Und fügen wir noch ein Bet ב am Anfang hinzu, also dass es heißt „IM vollen Namen“ (ein einzelnes Bet am Wortanfang kann in / im heißen), erhalten wir als Mispar Gadol Wert (End-Mem als 600) die Zahl der Verse der Genesis.

    1 - Kether (Krone) - Siegel der 368כתר

    Passend zum Namen der zugehörigen Sefira Kether, das heißt Krone, zeigt das Siegel der 368 eine Krone oder ein Diadem. Die Farbe der Punkte, um die Zacke vom rest der Krone zu unterscheiden, ist dabei nicht willkürlich gewählt, sondern kommt durch bestimmte Buchstaben am Ende der gelben Punkt-Worte zustande.

    Bild: Krone

    Zu dem Symbol der Krone gehört der zentrale Vers der Tora, also der Vers der genau in ihrer Mitte steht, Levitikus 8,9:

    „Und er setzte den Kopfbund auf sein Haupt und setzte an den Kopfbund, an seine Vorderseite, das [blumenförmige] Stirnblatt aus Gold, das heilige Diadem, ganz wie Jahwe dem Mose geboten hatte.“

    Das blumenförmige Stirnblatt aus Gold identifiziere ich mit der Zacke, besonders wenn man diese noch dreimal um 90 Grad dreht. Sie passt dann genau mit sich selbt ineinander, so dass ein wirbelnder Stern entsteht.

    Bild: Stern

    „Stirnblatt“ ציץ hat hierbei den Wert 1000, während der Punkt an der Spitze der Zacke im zentralen Vers der Genesis liegt, in Vers 767. Diese Zahl ist der volle Wert (Mispar Schemi) von Zentrum (Merchaz; מרכז), sowie auch die Anzahl der Vorkommnisse des Wortwertes 1000 im neuen Testament.

    „Heiliges Diadem“ נזר הקדש hat den Wert 666, was auf das Sonnensiegel in Tiphareth (Zentrum des Lebensbaumes) deutet.

    368 ist der Sichtbarkeitszyklus des Neptun in Tagen (aufgerundet). Mit dem bloßen Auge ist Neptun nicht zu sehen. So ist 368 auch der Wert von Machschach מחשך, das heißt Dunkelheit.

    Neptun ist der Planet der „höchsten Transzendenz“, der nach Uranus (den man noch sehen kann) auch jenseits des Saturn (dem Hüter der Schwelle) liegt.

    Kether ist ein ungesehener Punkt. Er ist kein Mittelpunkt. Er verweist nur auf die Mitte, in dreifacher Weise:

    Derjenige, der im zentralen Vers der Tora gekrönt wird, ist Aaron. Das heißt in etwa auch Erleuchteter.

    (c) 2014 Andreas G. Szabó