Technische Details in der Dekodierung

Hier finden Sie alle technischen Details der Siegelberechnung („Hitomi“-Methode).

  • Inhalt dieser Seite

  • - Die Bedeutung und das Zustandekommen der Farbe der Punkte
  • - Das Zustandekommen der Anzahl und Farbe der Ringe
  • - Wo liegt die erste Speiche, bzw wie sind die Bilder orientiert?
  • - Der hebräische Bindestrich: Was ist ein Wort?
  • - Die verwendete Toraversion
  • Die Farbe der Punkte

    Fünf der hebräischen Buchstaben haben eine alternative Form, wenn sie am Ende eines Wortes stehen. In der „Mispar Hechrachi“-Zählung (äußerer/normaler Wert) wirkt sich das NICHT auf ihren Zahlwert aus. In der „Mispar Gadol“-Zählung (großer Wert), zählen diese Endbuchstaben aber als 500, 600, 700, 800, 900. Siehe hebräischen Buchstaben.

    Es ist nicht verbindlich, welcher Wert in der Berechnung der Zahl eines Wortes verwendet weren soll. Daher habe ich in meiner Zeichenmethode beide Werte berücksichtigt. Ein roter Punkt bedeutet, dass die gesuchte Zahl unter Berücksichtigung des Gadol-Wertes des Punktwortes zustande kommt. Ein gelber Punkt bedeutet, der Hechrachi-Wert des Punktwortes wurde verwendet. Orange Punkte sind Worte an deren Ende keiner der fünf Endbuchstaben steht.

    Im Siegel der 368 sind zwei unterschiedliche Dinge dargestellt, eines aus gelben Punkten und eines aus orangen. Das Siegel der 366 besteht nur aus gelben und orangen Punkten, das Siegel der 666 aus roten und orangen, mit einem einzigen gelben Punkt außerhalb der Hauptform.

    Sie können im Bildberechnungsprogramm sehen und ausprobieren, dass ich optional weitere Methoden der Wortwertermittlung ermöglicht habe, damit konnte ich aber bisher nichts finden.

    Die Farbe der Punkte im Siegel der 231, der Konjunktion in 7 v. Chr. habe ich zur Unterscheidbarkeit der Planeten willkürlich bunt eingefärbt. Ursprünglich sind diese alle orange.

    Die Anzahl und Farbe der Ringe

    Siegel der 971 (Chokmah)

    Hier bilden alle Verse der Genesis wie immer das schwarze Auge / die Pupille aus drei Ringen. Die beiden grünen Ringe bestehen aus dem Tora-Text direkt nach dem Buch Genesis, also aus den ersten 2 x 511 = 1022 Versen des Exodus. Die Exodus Verse, also die zwei äußeren Ringe male ich zur Unterscheidung grün.

    Sie können im Bildberechnungsprogramm noch weitere Ringe hinzufügen bis die ganze Tora dargestellt ist, das brachte mir aber bisher nichts. Es stört auch durch zusätzliche Punkte die Muster, welche auf die Genesis beschränkt einen Sinn ergeben.

    Technik des Siegel der 366 (Gevurah)

    In diesem Siegel werden die Verse der Genesis alle um eine Speiche vorwärts gerückt, so dass der erste Vers auf Speiche 2 zu liegen kommt. Der Punkt im letzten Vers der Genesis wandert dabei aus dem dritten Ring hinaus, so dass mit ihm ein vierter Ring entsteht, auf dessen Speiche 1 er sich dann befindet. Auf den übrigen 510 Speichen dieses vierten Ringes liegt dabei nichts. Den vierten Ring mache ich der Unterscheidbarkeit wegen grün.

    Im Bildberechnungsprogramm erreichen Sie den Vorwärstschub durch Eingabe der Anzahl an Speichen in das Feld „Shift“. Im Fall des Siegels der 366 macht das Sinn, um die Form überhaupt erkennen zu können.

    Auf die Idee des Vorwärtsschiebens kam ich ursprünglich durch einen Programmfehler, sah aber dann, dass es bei der 366 nötig ist. Begründen lässt sich dieses vielleicht auch damit, dass 366 die Tage eines Schaltjahres sind, das einen Tag mehr als ein normales Jahr mit 365 Tagen hat. Analog dazu wird das Rad um eine Speiche vorwärts geschaltet.

    Wo liegt die erste Speiche?

    Als mögliche Orientierung der Bilder lasse ich vier Varianten zu: Speiche 1 oben, oder rechts, oder unten, oder links, also jeweils um 90 Grad gedreht. Außerdem erlaube ich die Zählung der Speichen im oder gegen den Uhrzeigersinn. Sie können das im Hitomi-App ausprobieren.

    Durch die Einhaltung des 90 Grad Winkels ist gewährleistet, dass das Symbol mit dem Satz des Pythagoras genau horizontal und vertikal ausgerichtet ist, dass der Große Wagen im Siegel der 678 genaus so steht, wie zum Zeitpunkt der großen Konjunktion in 7 v. Chr., dass der Orion im Siegel der 656 gerade da steht, und dass die Zacke im Siegel der 368 noch einigermaßen denkbar in eine der vier möglichen Richtungen (links, hoch, rechts, runter) zeigt.

    Maqaf: Was ist ein Wort?

    In einer Tora heute sind ettliche Wortpaare mit einer Art Bindestrich, dem hebräischen „Maqaf“ verbunden. Die beiden Worte eines solchen Paares nehme ich bei der Wortwertberechnung zusammen. Das hat durchaus einen Einfluss auf die erbrachten Punktmuster. So manche Punkte in den Siegeln sind solche zusammengesetzten Worte.

    In den teils über 2000 Jahre alten Texten und Fragmenten aus Qumran können wir sehen, dass die Worte dort ohne den Maqaf geschrieben wurden. Da kann man meinen, welche Worte verbunden sein sollen, hätte sich erst später entwickelt.

    Die verwendete Toraversion

    Meinen Bildberechnungen zu Grunde liegt eine Tora in einem sog. Michigan-Claremont Format. Das heißt, jeder hebräische Buchstabe wird dabei durch ein ASCII-Zeichen dargestellt. ASCII bedeutet, es ist eine reine normale Textdatei. Solche sind programmtechnisch leicht zu verarbeiten, auch wenn der benutzte Computer keine hebräische Schrift kann (mein erstes Hitomi-Programm war in Amiga BASIC).

    In der verwendeten Tora hat die Genesis 1533 Verse und diese ganze Tora hat 5852 Verse. Letzteres ist überdurchschnittlich, weil hier oder da Verstrennungen abweichend gesetzt sind. Die Verstrennungen in der Genesis sollten aber richtig sein, denn die Zahl der Verse dort stimmt.

    Ausschnitt des Genesis Textes, den ich verwende, in einem Michigan-Claremont Format

    GEN 001:001 BRASYT BRA ALHYm AT HSMYm VAT HARc.
    GEN 001:002 VHARc HYTH THV VBHV VXSk OL-PNY THVm VRVX ALHYm MRXPT OL-PNY HMYm.
    GEN 001:003 VYAMR ALHYm YHY AVR VYHY-AVR.
    GEN 001:004 VYRA ALHYm AT-HAVR KY-+VB VYBDL ALHYm BYn HAVR VBYn HXSk.
    GEN 001:005 VYQRA ALHYm LAVR YVm VLXSk QRA LYLH VYHY-ORB VYHY-BQR YVm AXD.
    GEN 001:006 VYAMR ALHYm YHY RQYO BTVk HMYm VYHY MBDYL BYn MYm LMYm.
    ...
    ...
    

    Sie finden ASCII-Quelltexte der hebräischen Bibel bei shamash.org (jedes Buch Moses einzeln unter seinem hebräischen Namen) und ebenso auch den darin verwendeten Buchstaben-Zeichen Schlüssel (es gibt Texte mit abweichenden Schlüsseln). Es gibt auch Texte mit fehlenden Wortverbindern „-“, diese sind leider nicht geeignet, siehe „Was ist ein Wort?“.

    (c) Andreas G. Szabó - erstellt 2013, letzte Änderung 12/2014